Ukraine-Krieg | USA schicken der Ukraine weitere Raketenwerfer


Tschechiens Regierungschef wirft Russland Wirtschaftskrieg vor

21.35 Uhr: Tschechiens Ministerpräsident Petr Fiala hat Russland vorgeworfen, neben dem Krieg gegen die Ukraine auch einen Wirtschaftskrieg gegen den Westen zu führen. Ziel sei, die demokratischen Staaten zu schwächen und zu destabilisieren, sagte der liberalkonservative Politiker am Mittwochabend in einer Fernsehansprache. Es bestehe die reale Gefahr, dass Russland in den nächsten Wochen oder Monaten den Gashahn zudrehen könnte.

Fiala kündigte einen Fünf-Jahres-Plan an, um die Abhängigkeit seines Landes von russischem Erdgas und Erdöl entscheidend zu verringern. Zudem kündigte er staatliche Entlastungsmaßnahmen gegen die Teuerung bei den Energiekosten von umgerechnet 2,6 Milliarden Euro an. Unter anderem soll die Umlage für erneuerbare Energien direkt aus der Staatskasse beglichen werden.

Johnsons: Russlands Ressourcen könnten in einigen Monaten erschöpft sein

20.45 Uhr: Der britische Geheimdienst geht Premierminister Boris Johnson zufolge davon aus, dass Russlands Militär in Zukunft nicht mehr in der gegenwärtigen Form zu einer Offensive fähig sein könnte. Russland könnte “in den nächsten paar Monaten” an den Punkt kommen, “an dem es keine Vorwärtsdynamik mehr hat, weil es seine Ressourcen erschöpft hat”, sagte Johnson der “Süddeutschen Zeitung” und anderen Blättern in einem Interview. “Dann müssen wir den Ukrainern helfen, die Dynamik umzukehren.”

Estland fordert mehr Ukraine-Hilfe von größeren EU-Staaten

19.53 Uhr: Estland hat von den größeren EU-Staaten mehr Militärhilfe für die Ukraine im Krieg gegen Russland verlangt. Ministerpräsidentin Katja Kallas sagte am Mittwoch, ihr Land habe für die Menschen in der Ukraine bereits “viel getan und kann nicht wirklich viel mehr tun”. “Aber ich glaube, dass es immer noch Möglichkeiten gibt, ihnen zu helfen, und zwar von den größeren Mitgliedsstaaten.”

Das baltische EU- und Nato-Mitglied hat nach Regierungsangaben aus Tallinn bisher Militärhilfe im Wert von mehr als 230 Millionen Euro zur Verfügung gestellte. Weitere Unterstützung für die Ukraine, die sich seit Ende Februar gegen einen Angriff aus Russland wehrt, ist auch Thema bei einem EU-Gipfel, der am Donnerstag in Brüssel beginnt.

Botschafter Melnyk will sich bei Scholz für “Leberwurst”-Aussage entschuldigen

18.45 Uhr: Er nannte Kanzler Scholz eine “beleidigte Leberwurst” und steckte dafür viel Kritik ein. Nun zeigt der ukrainische Botschafter wohl doch Reue. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ukrainischer Botschafter Andrij Melnyk: “Mein Präsident war not amused.” (Quelle: Political-Moments/imago-images-bilder)

Lambrecht überrascht mit Statement: “Gepard ist kein Panzer”

18.17 Uhr: In der Debatte um Waffenlieferungen an die Ukraine hat Verteidigungsministerin Lambrecht mit einer Aussage für Verwirrung gesorgt – und eine Welle der Kritik angestoßen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Großbritannien verweigert russischer Delegation Visa für OSZE-Treffen an

18.14 Uhr: Großbritannien hat einer russischen Delegation die Einreise zu einem Treffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) verweigert. Ein hochrangiger russischer Abgeordneter sagte am Mittwoch, die Vertreter seines Landes hätten keine Visa erhalten und würden daher im kommenden Monat der Sitzung in Birmingham fernbleiben müssen. Die britische Botschaft in Moskau erklärte auf Telegram, alle Mitglieder der Delegation seien von den Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges betroffen. “Diese Sanktionen untersagen ihnen unter anderem Reisen nach Großbritannien.” Das Treffen der OSZE soll vom 2. bis zum 6. Juli in der englischen Stadt stattfinden.

Moskau kündigt Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA an

18.12 Uhr: Russland kündigt Vergeltungsmaßnahmen an, nachdem die US-Regierung einem russischen Flugzeug verboten hat, auf amerikanischen Boden zu landen, um russische Diplomaten und ihre Familien abzuholen. Die amerikanische Regierung zerstöre systematisch und kontinuierlich die bilateralen Beziehungen, sagte eine Sprecherin des russischen Außenministeriums. Gegenmaßnahmen, auch asymmetrische, würden folgen. Was genau damit gemeint ist, ließ die Sprecherin offen.

EU-Beitritt der Ukraine? Diese Länder haben Zweifel

17.39 Uhr: Wird die Ukraine als EU-Beitrittskandidat anerkannt? Die Hoffnung auf ein klares “Ja” der Mitgliedsstaaten ist groß, doch an diesen Ländern könnte es scheitern. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wolodymyr Selenskyj: Der Präsident der Ukraine bittet die EU-Länder um Unterstützung bei der Anerkennung seines Landes als Beitrittskandidat.Wolodymyr Selenskyj: Der Präsident der Ukraine bittet die EU-Länder um Unterstützung bei der Anerkennung seines Landes als Beitrittskandidat.
Wolodymyr Selenskyj: Der Präsident der Ukraine bittet die EU-Länder um Unterstützung bei der Anerkennung seines Landes als Beitrittskandidat. (Quelle: dpa-bilder)

Ukrainischer Reporter wurde laut Bericht “kaltblütig hingerichtet”

17.37 Uhr: Verhört, gefoltert, erschossen: Ein Bericht offenbart die grausamen Todesumstände des ukrainischen Fotografen Maks Levin im Kriegsgebiet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Maks Levin im Jahr 2018: Der ukrainische Fotograf wurde erschossen.Maks Levin im Jahr 2018: Der ukrainische Fotograf wurde erschossen.
Maks Levin im Jahr 2018: Der ukrainische Fotograf wurde erschossen. (Quelle: Inna Varenytsia/ap-bilder)

Putin: Russland baut Wirtschaftsbeziehungen mit China und Indien aus

17.26 Uhr: Angesichts weitreichender westlicher Sanktionen will Russland seine Wirtschaftsbeziehungen mit großen Schwellenländern ausbauen. “Das Volumen der Lieferungen von russischem Öl nach China und Indien nimmt merklich zu”, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Mittwoch in seinem Video-Grußwort zum Brics-Wirtschaftsforum. Bei dem Gipfel sollen ab Donnerstag neben Russland, China und Indien auch Brasilien und Südafrika vertreten sein.

Ukraine meldet 20 Tote bei Raketenangriffen auf Charkiw

17.19 Uhr: Bei russischen Raketenangriffen auf Charkiw wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 20 Menschen getötet, 16 verletzt. Damit erhöhen sich die zuvor gemeldeten Opferzahlen. Russische Truppen feuerten am Mittwoch zahlreiche Raketen auf die Millionenstadt im Norden der Ukraine und deren Umgebung.

Finnischer Armeechef: Würden uns hartnäckig zur Wehr setzen

17.15 Uhr: Im Falle eines russischen Angriffs auf sein Land hat sich der Chef der finnischen Streitkräfte selbstbewusst gezeigt. Das nordische Land habe sich jahrzehntelang auf einen russischen Angriff vorbereitet und würde sich hartnäckig zur Wehr setzen, sagte Timo Kivinen laut Nachrichtenagentur Reuters. “Die Ukraine ist ein harter Brocken (für Russland) und Finnland wäre es auch”, wird Kivinen zitiert. Mehr dazu lesen Sie hier.

Timo Kivinen: Der Chef der finnischen Armee zeigt sich selbstbewusst.Timo Kivinen: Der Chef der finnischen Armee zeigt sich selbstbewusst.
Timo Kivinen: Der Chef der finnischen Armee zeigt sich selbstbewusst. (Quelle: Lehtikuva/imago-images-bilder)

Merz über Putin: “Wenn das nicht gelingt, macht er weiter”

16.17 Uhr: Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor der Gefahr eines Völkermordes gewarnt. Bundesregierung und Bundestag müssten der Schutzverantwortung für die Ukraine nachkommen, sagte der CDU-Vorsitzende am Mittwoch in der Aussprache zur Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Bundestag.

Merz im Bundestag (Archiv): Der Unionsfraktionschef warnt vor der Gefahr eines Völkermordes in der Ukraine.Merz im Bundestag (Archiv): Der Unionsfraktionschef warnt vor der Gefahr eines Völkermordes in der Ukraine.
Merz im Bundestag (Archiv): Der Unionsfraktionschef warnt vor der Gefahr eines Völkermordes in der Ukraine. (Quelle: Bernd Elmenthaler/imago-images-bilder)

Die Unionsfraktion begrüße, “dass nun auch endlich die Lieferung der Waffen in Gang kommt”, die man gemeinsam im April beschlossen habe und die Kanzler Olaf Scholz (SPD) seit Wochen angekündigt habe, sagte Merz. “Wir begrüßen das ausdrücklich. Wir hätten es uns früher vorstellen können.” Am Dienstag war bekannt geworden, dass mit sieben Artilleriegeschützen vom Typ Panzerhaubitze 2000 die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine eingetroffen sind.

Merz begrüßte zudem ausdrücklich, dass Scholz vergangene Woche gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Ministerpräsident Mario Draghi Kiew besucht hatte. “Das war ein wichtiges Zeichen der europäischen Solidarität mit diesem unverändert geschundenen Land und seinen Menschen.” Dass Russland nun offenbar dabei sei, die Spannungen zu Litauen zu verschärfen, zeige, “dass wir in unserer Einschätzung richtig liegen, dass Putin in der Ukraine gestoppt werden muss. Wenn das nicht gelingt, macht er weiter.”

Merz begrüßte es als “strategisch sehr kluge Entscheidung”, dass die Bundesregierung auch Indien zum G7-Gipfel ins bayerische Elmau eingeladen hat. Er kritisierte aber scharf, dass die Ampel-Koalition es am Mittwoch erneut abgelehnt habe, endlich das Freihandelsabkommen mit Kanada zu verabschieden.

Kanzler Scholz spricht zur weiteren Unterstützung der Ukraine

Litauen: Sind auf russische Maßnahmen vorbereitet

14.41 Uhr: Im Streit über ein Transitverbot nach Kaliningrad ist Litauen nach den Worten von Präsident Gitanas Nauseda auf russische Vergeltungsmaßnahmen vorbereitet. Dazu gehöre ein Ausschluss Litauens aus dem gemeinsamen Stromnetz mit Russland, sagt Nauseda in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Mit einer militärischen Konfrontation mit Russland rechne er nicht, weil Litauen zur Nato gehöre. Die Regierung in Moskau hat Vergeltung dafür angekündigt, dass Litauen keinen Transport von mit EU-Sanktionen belegten Güter über sein Territorium in die russische Ostsee-Exklave duldet. Die Maßnahmen würden die litauische Bevölkerung ernsthaft treffen, hieß es in Moskau. Nauseda sagt, Russland drohe Litauen auf “anmaßende Weise”. Er werde den Konflikt über Kaliningrad beim Nato-Gipfel in der kommenden Woche ansprechen.

Lambrecht: Raketenwerfer-Ausbildung von Ukrainern startet nächste Woche

13.31 Uhr: Die Ausbildung ukrainischer Soldaten am Mehrfachraketenwerfer “Mars” in Deutschland beginnt nach Angaben von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht in der nächsten Woche. Die SPD-Politikerin sagt bei der Anhörung der Bundesregierung im Bundestag, Deutschland werde der Ukraine drei solcher Systeme zur Verfügung stellen, Großbritannien ebenfalls und die USA vier. Der Ukraine müsse geliefert werden, was die Streitkräfte “für ihren mutigen Kampf” brauchten. Allerdings sei die Bundeswehr mit den bislang gemachten Zusagen an ihre Grenze angelangt, um die Bündnisfähigkeit noch zu gewährleisten.

Lambrecht bei der Regierungsbefragung im Bundestag: "Deswegen entsteht auch keine Lücke."Lambrecht bei der Regierungsbefragung im Bundestag: "Deswegen entsteht auch keine Lücke."
Lambrecht bei der Regierungsbefragung im Bundestag: “Deswegen entsteht auch keine Lücke.” (Quelle: Michael Kappeler/dpa-bilder)

Auf die Frage, wann genau die Bundeswehr Ersatz für abgegebene Waffen bekommen werde, machte die Ministerin keine genauen zeitlichen Angaben. Vor jeder Entscheidung zur Abgabe aus der Bundeswehr werde geprüft, ob die Verpflichtung aus der Nato erfüllt und die Ausbildung organisiert werden könne. Lambrecht: “Es wird weder zu Lasten des Einen, noch zu Lasten des Anderen abgegeben. Deswegen entsteht auch keine Lücke.”

Kreml wirft Deutschland “russenfeindliche Hysterie” vor

13.25 Uhr: Die russische Regierung hat der Bundesregierung das Schüren von Russenfeindlichkeit vorgeworfen. Berlin gefährde “jahrzehntelange Bemühungen Russlands und Deutschlands, die Feindschaft nach dem Krieg zu überwinden”, teilte das Außenministerium in Moskau anlässlich des Gedenktags an den Angriff Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion mit. Deutsche Regierungsmitglieder würden mit “täglichen Angriffen russenfeindliche Hysterie schüren”.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow: Deutsche Regierungsmitglieder würden mit "täglichen Angriffen russenfeindliche Hysterie schüren", heißt es aus seinem Ministerium.Russlands Außenminister Sergej Lawrow: Deutsche Regierungsmitglieder würden mit "täglichen Angriffen russenfeindliche Hysterie schüren", heißt es aus seinem Ministerium.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow: Deutsche Regierungsmitglieder würden mit “täglichen Angriffen russenfeindliche Hysterie schüren”, heißt es aus seinem Ministerium. (Quelle: Günther Ortmann/imago-images-bilder)

Türkischer Frachter mit Getreide soll Mariupol verlassen haben

12.48 Uhr: Nach türkisch-russischen Gesprächen in Moskau über die in der Ukraine blockierten Getreidevorräte hat am Mittwoch ein türkischer Frachter den ukrainischen Hafen Mariupol verlassen. “Nur wenige Stunden nach dem langen Treffen hat der türkische Frachter (Asow Concord), der seit Tagen wartete, den ukrainischen Hafen verlassen”, teilte das türkische Verteidigungsministerium mit. Es handele sich um “das erste ausländische Schiff, das den ukrainischen Hafen Mariupol” verlassen habe, seitdem dieser im Mai von den russischen Truppen unter ihre Kontrolle gebracht worden war.

Charkiw wieder im Visier: Mindestens 15 Tote

12.40 Uhr: Russland ändert offenbar seine Kriegstaktik und hat wieder die Millionenstadt Charkiw im Norden der Ukraine ins Visier genommen. Russische Truppen feuerten am Mittwoch zahlreiche Raketen auf die Stadt und deren Umgebung. Dabei wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 15 Menschen getötet und 16 verletzt. Die Regierung in Kiew äußerte den Verdacht, dass die Russen ukrainische Kräfte dort binden wollten, um sie von der tobenden Hauptschlacht im Donbass um die Stadt Sjewjerodonezk im Osten abzulenken.

Jacinda Ardern: “Sicherheitslage im Indopazifik hat sich signifikant verändert”

11.34 Uhr: Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern sieht ihre Europareise anlässlich des Nato-Gipfels Ende Juni auch als Signal an Russland. Zugleich äußert sich Ardern besorgt über eine wachsende Bedrohung des indopazifischen Raums durch ein aggressiver auftretendes China. In einem Interview mit der Wochenzeitung “Die Zeit” sagt Ardern: “Im Krieg in der Ukraine erkennen wir eine unmittelbare Bedrohung der territorialen Integrität eines anderen Landes, der Demokratie und der regelbasierten Weltordnung, auf die auch Länder wie wir sich verlassen.” Sie reise auch deshalb nach Europa, weil sie sagen wolle: “Es ist uns wichtig, was bei euch passiert.” Neuseeland wolle Verantwortung übernehmen, auch wenn es ein kleines Land sei.

Auf Neuseelands Beziehungen zu China – dem wichtigsten Handelspartner – angesprochen, sagt Ardern: “Die Sicherheitslage im Indopazifik hat sich in den vergangenen zehn Jahren signifikant verändert.” Ihrem Land bereite es Sorgen, “dass das Potenzial zur Militarisierung unserer Region zunimmt”. Eine Absage erteilt Ardern dem Konzept einer feministischen Außenpolitik. “Außenpolitik sollte auf Humanität beruhen, ich betrachte sie nicht durch die Geschlechterbrille.”

EU-Kommission: Russische Gasdrosselung ist “niederträchtig”

11.29 Uhr: Die EU-Kommission hat die Drosselung der russischen Gaslieferungen nach Europa als “sehr schurkisch” verurteilt. Die Pläne zur verstärkten Nutzung von Kohle in der Europäischen Union seien aber nur vorübergehend, und man halte an den Klimazielen fest, sagte die Vize-Direktorin für internationale Angelegenheiten und Klimafinanzierung bei der Kommission, Elina Bardram, auf dem Africa Energy Forum in Brüssel.

Getreideausfuhr im Juni aus der Ukraine stark gesunken

11.14 Uhr: Der Getreideexport der Ukraine liegt nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums im laufenden Monat um 48 Prozent unter dem Vorjahreswert. Insgesamt seien in den ersten 22 Junitagen 907.000 Tonnen ausgeführt worden.

Bundesregierung bestätigt Lieferung der Panzerhaubitze 2000 an die Ukraine

10.51 Uhr: Die Bundesregierung hat am Mittwoch bestätigt, dass die Lieferung der sieben Panzerhaubitzen 2000 aus Bundeswehrbeständen an die Ukraine abgeschlossen ist. In ihrer im Internet veröffentlichten Liste zur militärischen Unterstützung des Landes führt sie die Artilleriewaffen nun in der Rubrik “gelieferte letale und nicht-letale militärische Unterstützungsleistungen”. Es ist Deutschlands erste Lieferung schwerer Waffen an Kiew im Krieg mit Russland.

Die ukrainische Regierung hatte am Dienstag über die Lieferung berichtet. Sie war von der Bundesregierung zunächst nicht bestätigt worden.

Feuer in russischer Ölraffinerie ausgebrochen

10.26 Uhr: In der russischen Region Rostow an der Grenze zur Ukraine ist russischen Angaben zufolge ein Feuer in einer Ölraffinerie ausgebrochen. Niemand sei verletzt worden, teilten die örtlichen Katastrophenschutzbehörden mit. Die russische Nachrichtenagentur Tass meldete unter Berufung auf Behördenkreise, eine ukrainische Drohne sei vor dem Brand in den Wärmetauscher-Block der Raffinerie in der Stadt Nowoschachtinsk gestürzt. Insgesamt seien zwei ukrainische Drohnen über der Anlage gesichtet worden, die zweite sei weggeflogen. Laut der Nachrichtenagentur Interfax ist das Feuer bereits gelöscht worden.

Bericht: Deutschland könnte 50 “Marder”-Panzer abgeben

10.02 Uhr: Die Bundeswehr könnte einem Bericht zufolge 50 Schützenpanzer des Typs “Marder” an die Ukraine abgeben. Das sagte ein hoher Militärvertreter der “Bild”-Zeitung. Die Bundesregierung hatte zuvor darauf verwiesen, dass die Möglichkeiten der Bundeswehr, Panzer abzugeben, erschöpft seien.

Die Bundeswehr hat dem Bericht zufolge einen Gesamtbestand von 370 “Mardern”. Ein Experte sagte “Bild”, dass davon 240 Stück gebraucht würden. Ein weiterer Teil werde für Moderinisierung und Instandhaltung einbehalten, dafür brauche es allerdings nicht alle 130, wie der hohe Militärvertreter “Bild” sagte. “Wir könnten rund 50 ‘Marder’ abgeben”.

Zuspruch kommt von FDP-Politikern. Der verteidigungspolitische Sprecher, Alexander Müller (52), sagte dem Blatt: “Die Bundeswehr hat funktionierende ‘Marder’, welche für ihren Auftrag nicht zwingend benötigt werden”. Markus Faber, ebenfalls von der FDP, sagte: “Die zügige Lieferung der ‘Marder’ würde der Ukraine sehr helfen. Das weiß man sicher auch im Kanzleramt.”

Schützenpanzer Marder auf einem Truppenübungsplatz: "Die Bundeswehr hat funktionierende Marder, welche für ihren Auftrag nicht zwingend benötigt werden".Schützenpanzer Marder auf einem Truppenübungsplatz: "Die Bundeswehr hat funktionierende Marder, welche für ihren Auftrag nicht zwingend benötigt werden".
Schützenpanzer Marder auf einem Truppenübungsplatz: “Die Bundeswehr hat funktionierende Marder, welche für ihren Auftrag nicht zwingend benötigt werden”. (Quelle: Sven Eckelkamp/imago-images-bilder)

G20-Vorsitzender will Putin und Selenskyj treffen

8.58 Uhr: Der indonesische Präsident und G20-Vorsitzende Joko Widodo will kommende Woche nach Kiew und Moskau reisen und sich dabei für eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts einsetzen. Widodo will dabei nach Angaben von Außenministerin Retno Marsudi den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin treffen. Es solle auch die durch den Krieg verursachte Nahrungsmittelkrise und deren Auswirkungen insbesondere auf Entwicklungsländer zur Sprache kommen.

Widodo nimmt zuvor auch als Gast am Gipfel der sieben führenden Industriestaaten (G7) im bayerischen Elmau teil. Indonesien hat sich gegen Forderungen gestellt, Russland vom Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im November auf Bali auszuschließen. Zugleich hat Widodo aber auch Selenskyj zu dem Gipfel in Indonesien eingeladen.

London: Hohe Verluste bei Separatisten

8 Uhr: Die Streitkräfte der prorussischen Separatisten-Region Donezk in der Ostukraine haben britischen Angaben zufolge hohe Verluste erlitten. Sie hätten etwa 55 Prozent ihrer ursprünglichen Stärke eingebüßt, heißt es im täglichen Lagebericht des britischen Verteidigungsministeriums auf Twitter. Die von der selbst ernannten Volksrepublik Donezk (DVR) veröffentlichten Zahlen zeigten, dass bis zum 16. Juni 2.128 Militärangehörige im Kampf getötet und 8.897 Kämpfer seit Anfang 2022 verwundet worden seien. Russland habe die Zahl der Verluste in der Ukraine seit dem 25. März nicht mehr veröffentlicht.

Das Wichtigste aus der Nacht

5.50 Uhr: Im Osten der Ukraine droht einigen Städten eine Einkesselung. Gute Nachrichten kommen aus Brüssel. Der EU-Ratspräsident spricht sich für den Kandidatenstatus aus. Die USA stellen sich in der Kaliningrad-Krise hinter Litauen. Das Wichtigste aus der Nacht lesen Sie hier.

Bundesregierung: Deutschland bleibt bei Atomwaffen

4.30 Uhr: Die Bundesregierung schließt einen Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag aus. Ein solcher Schritt wäre nicht mit den Verpflichtungen vereinbar, die sich aus der Nato-Mitgliedschaft Deutschlands ergeben, geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen hervor. “Abrüstung muss dem sicherheitspolitischen Umfeld Rechnung tragen”, teilte die Regierung mit.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine zeige die Gefahren, die von Moskau ausgingen. Zugleich betonte die Bundesregierung, dass sie das Ziel einer atomwaffenfreie Welt teile. Der seit 2021 geltende Atomwaffenverbotsvertrag ächtet die Entwicklung, den Besitz und die Drohung mit Atomwaffen. Die derzeit 65 Vertragsstaaten treffen sich bis Donnerstag zu einer ersten Konferenz in Wien.

Sjewjerodonezk droht offenbar Einkesselung

3 Uhr: Die russischen Streitkräfte könnten nach Angaben des ukrainischen Präsidentenberaters Olexij Arestowytsch nach der Einnahme der Ortschaft Metjolkine die Städte Lyssytschansk und Sjewjerodonezk von den ukrainisch kontrollierten Gebieten abschneiden. “Die Gefahr eines taktischen russischen Sieges ist gegeben, aber sie haben es noch nicht geschafft”, sagt er in einem online veröffentlichten Video.

Selenskyj fordert weitere Sanktionen gegen Russland

1.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert wegen des Kriegs gegen sein Land weitere Sanktionen der EU gegen Russland. Ein siebtes Sanktionspaket werde so schnell wie möglich benötigt, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft in der Nacht zu Mittwoch. Das habe er in Gesprächen mit verschiedenen europäischen Staats- und Regierungschefs am Dienstag betont. “Russland muss den wachsenden Druck infolge des Kriegs und seiner aggressiven antieuropäischen Politik spüren”, sagte Selenskyj.

Präsidentenberater geht von Sieg der Ukraine aus

0.45 Uhr: Der Wirtschaftsberater des ukrainischen Präsidenten, Alexander Rodnyansky, geht fest von einem Sieg seines Landes gegen den russischen Aggressor aus. “Wir können den Krieg gewinnen”, sagte er am Dienstagabend in der ARD-Sendung “Maischberger”. Er hoffe, dass im August die Gegenoffensive beginnen könne. Die Hilfen aus dem Ausland würden sehr helfen, kämen auch an, aber bis die Waffen eingesetzt werden könnten, dauere es eben.

Einen nachhaltigen Frieden könne man mit Russland sowieso nicht schließen, sagte der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. “Dieser Illusion darf man sich nicht hingeben.” Russland unter dem Präsidenten Wladimir Putin sei nicht an einem Frieden mit Europa interessiert, es gehe um Revanchismus, um Imperialismus – “und dabei wird es auch bleiben”.

EU-Ratschef schlägt Kandidatenstatus für Ukraine vor

23.45 Uhr: EU-Ratspräsident Charles Michel schlägt vor, die Ukraine und Moldau zu EU-Kandidaten zu machen. Im jüngsten Entwurf der Abschlusserklärung des bevorstehenden EU-Gipfels heißt es: “Der Europäische Rat hat beschlossen, der Ukraine und der Republik Moldau den Status eines Kandidatenlandes zu verleihen.” Damit würden die 27 Staats- und Regierungschefs, die sich am Donnerstag und Freitag in Brüssel treffen, der Empfehlung der EU-Kommission folgen.

Weißes Haus über Todesstrafe-Androhungen für US-Kämpfer entsetzt

23 Uhr: Das Weiße Haus hat Andeutungen des Kreml-Sprechers Dmitri Peskow über eine mögliche Todesstrafe für zwei in der Ukraine gefangen genommene US-Kämpfer scharf kritisiert. Dass ein offizieller Vertreter Russlands dies überhaupt erwähne, sei “entsetzlich”, sagte der außenpolitische Sprecher des Weißen Hauses, John Kirby, am Dienstag in Washington.

Kreml-Sprecher Peskow hatte die beiden früheren US-Soldaten Alexander Drueke und Andy Huynh in einem Interview mit dem US-Fernsehsender NBC als Söldner bezeichnet, die nicht durch die Genfer Konventionen zu Kriegsgefangenen geschützt seien. Auf die Frage, ob ihnen die Todesstrafe drohe, hatte er gesagt, “das kommt auf die Ermittlungen an.”

Russland: Dutzende Schiffe in der Ukraine blockiert

22.55 Uhr: In sechs Häfen der Ukraine sind laut russischen Angaben derzeit 70 Schiffe aus 16 Staaten blockiert. Das russische Verteidigungsministerium warf der Ukraine am Dienstagabend vor, wegen ukrainischen Beschusses und der hohen Minengefahr könnten Schiffe nicht ungehindert aufs Meer fahren. Die Ukraine – einer der größten Getreideexporteure der Welt – kritisiert hingegen, dass Russland durch eine Blockade ukrainischer Häfen die Ausfuhr von Getreide verhindere und damit eine Lebensmittelkrise hervorrufe. Um Fragen zu den Getreideexporten aus der Ukraine zu klären, soll in der kommenden Woche eine türkische Delegation nach Moskau reisen, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Tass sagte.

Russischer Kampfflieger soll bei Übungsflug abgestürzt sein

22.30 Uhr: Ein russisches Kampfflugzeug ist in der Nähe der Grenze zur Ukraine abgestürzt, dabei kam der Pilot russischen Militärangaben zufolge ums Leben. Die Maschine des Typs Suchoi Su-25 sei am Dienstag bei einem Übungsflug in der Region Rostow abgestürzt, Ursache könnte ersten Informationen zufolge eine “technische Störung” gewesen sein, zitierten die russischen Nachrichtenagenturen eine Presseerklärung des Militärbezirks Süd. Ein möglicher Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine wurde in der Erklärung nicht erwähnt.

USA stellen sich bei Kaliningrad-Krise hinter Litauen

22.40 Uhr: Im Streit um die Einschränkungen des Güterverkehrs in die russische Exklave Kaliningrad haben sich die USA schützend vor Litauen gestellt. Nach Moskaus Drohung, dass Russland “auf solche feindseligen Aktionen reagieren” werde, erklärte der Sprecher im US-Außenministerium, Ned Price, am Dienstag, Washington stehe zu seinen Nato-Verbündeten und damit auch zu Litauen.

Ausdrücklich verwies Price auf Artikel 5 des Nato-Vertrags, wonach ein Angriff auf ein verbündetes Land als ein Angriff gegen alle angesehen wird. Er betonte, das Bekenntnis der USA zu diesem Artikel sei “unumstößlich”.

Kaliningrad liegt an der Ostsee zwischen Litauen und Polen und hat keine direkte Landverbindung nach Russland. Das EU-Mitglied Litauen hatte in der vergangenen Woche angekündigt, den Bahnverkehr zwischen Russland und dessen Exklave zu beschränken. Güter, die unter die EU-Sanktionen gegen Russland fallen, können nicht mehr mit der Bahn von Russland über Litauen nach Kaliningrad gebracht werden. Dazu gehören vor allem Metalle, Baumaterial, Technologiegüter und Kohle.

Lindner: “Putin hat uns nicht in der Hand”

22.18 Uhr: Deutschland ist nach Darstellung von Finanzminister Christian Lindner trotz “der Gefahr einer sehr ernstzunehmenden Wirtschaftskrise” Russland nicht hilflos ausgeliefert. “Nein, Putin hat uns nicht in der Hand, sondern wir sind die Gestalterinnen und Gestalter unseres Schicksals”, sagte er im ZDF.

Deutschland könne seine Energieversorgung diversifizieren, andere Lieferketten schließen und frei handeln. Zudem könne man heimische Gas- und Ölvorkommen nutzen.

Ukraine: 15 Zivilisten durch russischen Beschuss getötet

21.41 Uhr: In der ostukrainischen Region Charkiw sind durch russische Angriffe 15 Menschen getötet worden. 16 weitere wurden verletzt, wie der Gouverneur des Gebiets Oleh Synjehubow im Nachrichtendienst Telegram mitteilte. Demnach gab es in der Metropole Charkiw durch russischen Raketenbeschuss vier Tote und elf Verletzte. Drei Zivilisten wurden den Angaben nach nahe der russischen Grenze in Udy sowie ein achtjähriges Mädchen in Besruky bei Derhatschi getötet. In Tschuhujiw südöstlich von Charkiw starben am Abend sechs Menschen durch russischen Beschuss, drei wurden verletzt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Polen: Mehr als 240 Panzer an Ukraine geliefert

18.53 Uhr: Polen hat nach Angaben von Präsident Andrzej Duda bislang mehr als 240 Panzer und 100 gepanzerte Fahrzeuge an die Ukraine geliefert. Außerdem habe das östliche Nachbarland auch Raketensysteme, Maschinengewehre sowie Munition erhalten, sagte Duda bei einem Treffen mit den Botschaftern seines Landes.

Er betonte erneut, Polens militärische Unterstützung für die Ukraine habe einen Umfang von mehr als 1,6 Milliarden Dollar. Ziel dieser Hilfe sei es, die russische Aggression zu stoppen und sie noch auf ukrainischem Gebiet abzuwehren, damit sie sich nicht auf Polen ausweite.

Merz richtet Forderung an Scholz

18.24 Uhr: Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat Kanzler Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, in seiner Regierungserklärung im Bundestag an diesem Mittwoch klare Botschaften zur notwendigen Reform der Europäischen Union (EU) zu senden. “Diese Europäische Union ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht aufnahmefähig für weitere Mitgliedsstaaten”, sagte der CDU-Vorsitzende am Dienstag vor einer Fraktionssitzung in Berlin.

Vor dem Hintergrund der Debatte über den Status eines EU-Beitrittskandidaten für die Ukraine führte er aber aus, die Union erwarte von Scholz, dass dieser den Kandidatenstatus für die Ukraine und Moldau beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel durchsetze.

Bericht: Getreide-Gipfel mit Russland bahnt sich an

17.51 Uhr: Eine türkische Militärdelegation wird Medienberichten zufolge in dieser Woche zu Gesprächen über Details für einen möglichen Korridor über das Schwarze Meer für ukrainische Getreideexporte reisen. Ein Treffen zwischen der Türkei, der Ukraine, Russland und den Vereinten Nationen solle innerhalb von zehn Tagen in Istanbul abgehalten werden, berichten türkische Sender unter Berufung auf das Präsidialamt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und UN-Generalsekretär António Guterres könnten an der Zusammenkunft teilnehmen. Drei Korridore könnten den Plänen zufolge bei vier verschiedenen Häfen in Odessa errichtet werden. Von dort könnten sowohl ukrainische als auch russische Lebensmittel verschifft werden.

Erste Panzerhaubitzen aus Deutschland in der Ukraine

15.44 Uhr: Wochenlang war die Lieferung ein politisches Streitthema. Nun sind die ersten Panzerhaubitzen aus Deutschland in der Ukraine im Einsatz. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spanier bei Gefechten getötet

14.46 Uhr: Bei den Gefechten in der Ukraine ist ein Spanier getötet worden, der auf Seiten der ukrainischen Armee gekämpft hat. Wie das spanische Außenministerium mitteilte, wurde der Mann am Samstag getötet. Nähere Angaben zur Identität oder zu den genauen Todesumständen machte das Ministerium nicht.

Ein Sprecher sagte, das Ministerium stehe in Kontakt mit der Familie, an die alle vorliegenden Informationen weitergeben würden. Außerdem arbeite es mit den ukrainischen Behörden zusammen, um die Rückführung der sterblichen Überreste in den kommenden Tagen zu veranlassen.

Die aus Mallorca stammende Mutter des Toten hatte der balearischen Zeitung “Ultima Hora” gesagt, ihr Sohn sei im März, wenige Tage nach dem russischen Einmarsch, in die Ukraine gereist. Dort sei der 31-Jährige in die Armee eingetreten und zunächst im Bereich Telekommunikation, später an der Front im Einsatz gewesen.

Litauen weist russische Beschwerden zurück

14.35 Uhr: Litauen hat Beschwerden Moskaus über die Beschränkung des Bahntransits von und zu der zu Russland gehörenden Ostsee-Exklave Kaliningrad zurückgewiesen. “Es gibt keine Blockade von Kaliningrad”, sagte Regierungschefin Ingrida Simonyte der Agentur BNS zufolge. “Es ist nur so, dass seit dem vergangenen Wochenende Sanktionen für einige der im sogenannten Sanktionspaket enthaltenen Güter, nämlich Stahl und Eisenmetalle, in Kraft sind.” Darüber seien Bahnkunden oder Vertragspartner informiert worden.

Litauen hat seit Samstag den Bahntransit von einigen Waren über sein Territorium in das Gebiet um das frühere Königsberg verboten, die auf westlichen Sanktionslisten stehen. “Der Transport aller anderen Waren, die entweder nicht sanktioniert sind oder noch keinen Sanktionen unterliegen, findet ebenso statt wie der Transit von Passagieren im Rahmen eines Sonderabkommens zwischen der Europäischen Union, Russland und Litauen”, betonte Simonyte.

Moskau: Ukrainische Truppen bei Sjewjerodonezk abgeschnitten

14.22 Uhr: Das russische Militär hat nach eigenen Angaben einen Angriff auf die strategisch wichtige Schlangeninsel abgewehrt und die ukrainischen Truppen im Großraum Sjewjerodonezk – Lyssytschansk vom Nachschub abgeschnitten. “Die Gruppierung des ukrainischen Militärs im Raum Lyssytschansk ist vom Nachschub abgeschnitten und befindet sich unter der Feuerkontrolle der russischen Streitkräfte”, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

Nach Angaben des russischen Armeesprechers haben die ukrainischen Kräfte in der Region hohe Verluste erlitten. Von der in Sjewjerodonezk stationierten 57. mechanisierten Brigade seien nur noch 28 Soldaten übrig, in der Kleinstadt etwas weiter westlich davon seien Hunderte ukrainischer Soldaten desertiert, meinte er. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.

Diese Waffen hat Deutschland bereits an die Ukraine geliefert

14.07 Uhr: Lange ließ die Bundesregierung die Öffentlichkeit im Unklaren, welche Waffen sie an die Ukraine liefert. Jetzt hat sie erstmals eine Liste veröffentlicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Deutschland soll bisher 500 Stingerraketen an die Ukraine geliefert haben. (Symbolfoto)Deutschland soll bisher 500 Stingerraketen an die Ukraine geliefert haben. (Symbolfoto)
Deutschland soll bisher 500 Stingerraketen an die Ukraine geliefert haben. (Symbolfoto) (Quelle: Thomas Imo/Reuters-bilder)

Russland meldet Angriff auf Flugplatz bei Odessa

13.27 Uhr: Russland hat heimischen Nachrichtenagenturen zufolge einen Flugplatz in der Nähe der ukrainischen Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa mit Raketen beschossen. Der Angriff sei eine Reaktion auf ukrainischen Beschuss von russischen Gasförderplattformen im Schwarzen Meer, heißt es in den Meldungen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Zudem hätten die Streitkräfte in den vergangenen 24 Stunden 15 Haubitzen des US-Typs M-777 aufseiten der ukrainischen Armee zerstört.

Das ukrainische Militär hatte am Montag von 14 Raketenangriffen im Süden der Ukraine berichtet, darunter auch in der Stadt und Region Odessa. Laut lokalen Behörden soll deswegen ein Lebensmittellager in Odessa abgebrannt sein, Verletzte und Tote habe es aber nicht gegeben.

Schäden in Odessa nach einem Angriff im Mai: Laut lokalen Behörden brannte am Montag nach einem Angriff ein Lebensmittellager ab.Schäden in Odessa nach einem Angriff im Mai: Laut lokalen Behörden brannte am Montag nach einem Angriff ein Lebensmittellager ab.
Schäden in Odessa nach einem Angriff im Mai: Laut lokalen Behörden brannte am Montag nach einem Angriff ein Lebensmittellager ab. (Quelle: Kyodo News/imago-images-bilder)

Russland warnt Litauen vor “schwerwiegenden” Folgen

13.09 Uhr: Im Konflikt um die Einschränkung des Güterverkehrs in die russische Exklave Kaliningrad hat der Chef des russischen Nationalen Sicherheitsrats, Nikolai Patruschew, die Menschen in Litauen vor “schwerwiegenden” Konsequenzen gewarnt. “Russland wird auf solche feindseligen Aktionen natürlich reagieren”, sagte Patruschew laut der Nachrichtenagentur Interfax am Dienstag in Kaliningrad. “Entsprechende Maßnahmen werden auf interministerieller Ebene ausgearbeitet und bald verabschiedet. Sie werden schwerwiegende negative Folgen für die Bevölkerung in Litauen haben.”

Kaliningrad liegt an der Ostsee zwischen Litauen und Polen und hat keine direkte Landverbindung nach Russland. Litauen hatte in der vergangenen Woche angekündigt, den Bahnverkehr zwischen Russland und Kaliningrad zu beschränken. Güter, die unter die EU-Sanktionen gegen Russland fallen, werden nicht mehr mit der Bahn von Russland über Litauen nach Kaliningrad gebracht. Dazu gehören vor allem Metalle, Baumaterial, Technologiegüter und Kohle.

Putin: Wollen Militär aufrüsten

13.08 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin kündigt eine weitere Aufrüstung des Militärs an. “Wir werden unsere Streitkräfte unter Berücksichtigung potenzieller militärischer Bedrohungen und Risiken weiterentwickeln und stärken”, sagt Putin in im Fernsehen übertragenen Äußerungen. Die neuen Interkontinentalraketen vom Typ Sarmat, die mindestens zehn Atomsprengköpfe und Täuschkörper tragen können, sollten bis Ende des Jahres einsatzbereit sein. Russland hat bereits angekündigt, dass die neue Rakete im Herbst einsatzbereit sein soll. Nach russischer Darstellung ist es eine einzigartige Waffe, zu der es nichts Vergleichbares gibt.

Scholz: Zahlen Preis für Freiheit

12.37 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat die “beispiellos harten” EU-Sanktionen gegen Russland verteidigt. “Ja, diese Sanktionen schmerzen auch uns selbst, schmerzen unsere Unternehmen”, sagte Scholz am Dienstag auf dem Tag der deutschen Industrie in Berlin in Anspielung etwa auf die hohen Energiepreise. Aber die Sanktionen seien wichtig. “Freiheit hat ihren Preis. Demokratie, Solidarität mit Freunden und Partnern hat ihren Preis. Und diesen Preis sind wir bereit zu zahlen”, betonte der Kanzler. Er dankte, dass die Wirtschaft diesen Kurs von Anfang an mitgetragen habe. Anders als 2014 nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim hatte es nach dem russischen Angriff auf das Nachbarland am 24. Februar keine massive Kritik deutscher Industrie-Vertreter an den Sanktionen gegeben.

Seit seiner Ukraine-Reise seien für ihn zwei Dinge klarer denn je, betonte Scholz. “Die Ukraine gehört zu uns, sie gehört zur europäischen Familie.” Deshalb werde er sich auf dem EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel dafür einsetzen, dass die Ukraine einen EU-Kandidatenstatus bekomme. Außerdem werde Deutschland die Ukraine weiterhin auch mit Waffen unterstützen, “und zwar so lange, wie die Ukraine unsere Unterstützung benötigt”. Das Land müsse sich gegen den russischen Angriff verteidigen können, sagte der Kanzler.

EU erwägt weitere Sanktionen gegen Russland

11.36 Uhr: Die EU-Staaten erwägen weitere Sanktionen gegen Russland und haben dabei Diplomaten zufolge auch erstmals Gold im Blick. “Wir werden weitermachen mit Sanktionen”, heißt es im jüngsten Entwurf für die Abschlusserklärung des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag. Dies schließe die konsequente Umsetzung bestehender Sanktionen sowie die Schließung von Schlupflöchern ein, heißt es in dem Dokument, das auf den 20. Juni datiert ist und das die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. In einer früheren Version war von weiteren Sanktionen konkret nicht die Rede.

Regionalgouverneur: “Katastrophale Zerstörungen” in Lyssytschansk

11.06 Uhr: Die Lage in der umkämpften ostukrainischen Stadt Lyssytschansk verschärft sich weiter. In der strategisch wichtigen Nachbarstadt von Sjewjerodonezk gebe es “katastrophale Zerstörungen” durch russischen Beschuss, teilte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, im Messenger-Dienst Telegram mit. Außerdem werde im Industriegebiet von Sjewjerodonezk weiter gekämpft.

Die “letzten 24 Stunden waren schwierig” für die ukrainische Armee, wie Hajdaj weiter berichtete. Die Nacht zu Dienstag beschrieb er als “die Ruhe vor dem Sturm”. Russland wolle die Region Luhansk “vor dem 26. Juni” vollständig einnehmen. “Aber das werden sie nicht in fünf Tagen schaffen”, fügte der Gouverneur hinzu.

Zerstörte Gebäude in Lyssytschansk: Der Ort ist aktuell schwer umkämpft.Zerstörte Gebäude in Lyssytschansk: Der Ort ist aktuell schwer umkämpft.
Zerstörte Gebäude in Lyssytschansk: Der Ort ist aktuell schwer umkämpft. (Quelle: Efrem Lukatsky/dpa-bilder)

Sjewjerodonezk ist seit Wochen heftig umkämpft. Nachdem russische Truppen eine letzte Verbindungsbrücke in die Großstadt gesprengt hatten, sind seit Tagen keine Evakuierungen in ukrainische kontrolliertes Gebiet mehr möglich. Es fehlt an sauberem Trinkwasser, Nahrung und Strom.

Luxemburg: EU bei Kandidatenstatus für Ukraine geeint

10.45 Uhr: Kein EU-Staat lehnt es nach den Worten von Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn ab, der Ukraine den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. Die EU sei geeint in ihrer Unterstützung der Ukraine, sagt Asselborn beim Treffen der Ressortchefs in Luxemburg.

Luxemburgs Premierminister besucht Ukraine

10.15 Uhr: Der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel ist auf Einladung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in die Ukraine gereist. Bettel wolle “von der russischen Aggression betroffene Städte” besuchen, teilte die Regierung nach seiner Ankunft in Kiew mit. Einzelheiten zu seinem Besuchsprogramm und zur Dauer des Aufenthaltes wurden nicht mitgeteilt. Es sei auch eine Reihe bilateraler politischer Gespräche geplant. Selenskyj hatte sich am 2. Juni mit einer Video-Ansprache an das luxemburgische Parlament gewendet und dabei Bettel zu einem Besuch des Landes eingeladen.

London: Ukrainer verhindern russische Kontrolle über das Meer

10.12 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste hat der ukrainische Widerstand bislang erfolgreich verhindert, dass Russland Kontrolle über das an die Ukraine grenzende Meeresgebiet übernimmt. Dies habe das ursprüngliche Konzept der russischen Invasion untergraben, hieß es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Ursprünglich habe Moskau nämlich vorgehabt, die Region um den wichtigen ukrainischen Hafen von Odessa vom Schwarzen Meer aus anzugreifen.

Am 17. Juni sei es ukrainischen Kräften erstmals gelungen, mit Schiffsabwehrraketen aus dem Westen ein russisches Schiff anzugreifen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit Waffen und Personal auf die strategisch wichtige Schlangeninsel im Nordwesten des Schwarzen Meeres habe bringen wollen, hieß es von den Briten. Die Insel ist von russischen Truppen besetzt. Die Zerstörung des Schleppers zeige, wie schwierig es für Moskau sei, Nachschub auf die Insel zu bringen.

Georgien: Tausende protestieren für Annäherung an EU

09:41 Uhr: In der Ex-Sowjetrepublik Georgien im Südkaukasus haben Tausende Menschen für eine Annäherung an Europa demonstriert. Unter dem Motto “Nach Hause nach Europa” versammelten sie sich am Montagabend in der Hauptstadt Tiflis, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete. Nodar Ruchadse, einer der Organisatoren, hatte zuvor erklärt, dass es darum gehe, den europäischen Partnern zu zeigen, “dass die Bürger Georgiens eine europäische Wahl getroffen haben und bereit sind, diese Wahl zu verteidigen”.

Georgien, das im Norden an Russland grenzt, hatte kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine die Aufnahme in die EU beantragt. Das Verhältnis zwischen Georgien und Russland wiederum ist spätestens seit dem Kaukasuskrieg 2008 angespannt. Nach dem Krieg erkannte Moskau die abtrünnigen georgischen Gebiete Südossetien und Abchasien als unabhängige Staaten und stationierte Tausende Soldaten in der Region.

Russland stellt Staatsfernsehen in Region Cherson um

09.04 Uhr: In der Region um die besetzte südukrainische Stadt Cherson werden nun überall russische statt ukrainische Fernsehsender ausgestrahlt. Spezialisten der russischen Armee hätten “den letzten der sieben Fernsehsendemasten in der Region Cherson neu konfiguriert für die Ausstrahlung russischer Sender”, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Rund eine Million Einwohner in dem Gebiet könnten nun “kostenlos” die wichtigsten russischen Sender nutzen, darunter insbesondere diejenigen der staatlichen Sendergruppe VGTRK.

Die russische Armee hatte das an die annektierte Krim-Halbinsel grenzende Gebiet um Cherson bereits kurz nach Beginn ihrer Ukraine-Offensive Ende Februar eingenommen. Seitdem wird das Gebiet immer näher an Russland herangeführt. Vor anderthalb Wochen begann Russland mit der Ausgabe russischer Pässe, außerdem wurde der russische Rubel als Zahlungsmittel eingeführt.

Ein Vertreter der pro-russischen Führung in der Region von Cherson, Kirill Stremussow, versicherte am Dienstag, das Gebiet könne noch “vor Jahresende” Teil Russlands werden. “Wir werden dieses Jahr ein Referendum haben”, sagte er der russischen Nachrichtenagentur Tass. “Und nach diesem Referendum werden wir uns an die Führung der russischen Föderation wenden, damit sie uns in Russland aufnimmt.”

Ukraine: “Extrem schwierige” Lage an der Front

08.23 Uhr: Die Ukraine hat Schwierigkeiten bei den Kämpfen im Osten des Landes eingeräumt. Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhiy Gaidai, sagte, die Lage entlang der Front sei “extrem schwierig”. Die russische Armee habe einige Gebiete eingenommen und genügend Reserven für eine neue Großoffensive gesammelt. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, es gebe schwierige Kämpfe in Luhansk um die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk. Selenskyj hatte eine Verstärkung der russischen Angriffe im Vorfeld des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag vorausgesagt. Bei dem Treffen soll die Ukraine den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten.

Die Nacht auf Dienstag sei allerdings relativ ruhig gewesen, sagte Gouverneur Gaidai. “Es ist eine Ruhe vor dem Sturm”, fügte er hinzu. Am Montagabend hatten die ukrainischen Behörden den Tod von drei Zivilisten durch russischen Beschuss in der Region Donezk und weitere drei Tote bei Beschuss in der Region Charkiw gemeldet. In Odessa, dem größten ukrainischen Schwarzmeerhafen, der von der russischen Marine blockiert wird, zerstörte eine russische Rakete nach Angaben des ukrainischen Militärs ein Lebensmittellager.

Kremlsprecher Peskow: “Werden dem Westen nie wieder vertrauen”

US-Bürger in der Ukraine getötet

4.01 Uhr: Ein US-Bürger ist nach Angaben des US-Außenministeriums in der Ukraine ums Leben gekommen. Der 52-Jährige aus New York sei am 15. Mai bei Kämpfen getötet worden, heißt es in einem Nachruf, der Anfang des Monats in der Zeitung “The Recorder” veröffentlicht wurde. Ein Sprecher des Außenministeriums bestätigt den Tod und erklärt, dass US-Bürger wegen des Krieges nicht in die Ukraine reisen sollten. Freiwillige aus den USA und anderen Ländern haben sich seit Beginn des russischen Einmarschs gemeldet, um an der Seite der Ukraine zu kämpfen.

Bericht: Deutsch-slowakischer Ringtausch für Panzer-Lieferung verzögert sich

1.30 Uhr: Ein seit zwei Monaten geplanter deutsch-slowakischer Ringtausch für Waffenlieferungen an die Ukraine verzögert sich laut einem Bericht des Portals “Business Insider”, weil Berlin zu wenige Panzer anbietet. Der Tausch sollte demnach vorsehen, dass die Slowakei der Ukraine 30 T-72 Kampfpanzer aus sowjetischer Produktion an die Ukraine liefert – und im Gegenzug modernere deutsche Panzer als Ersatz erhält.

Laut “Business Insider” lehnte Bratislava den Tausch aber in der vergangenen Woche ab, da Deutschland 15 Panzer des Typs Leopard-2A4 anbot. Dies sei aus Sicht der Slowakei ein zu geringer Ersatz für die 30 an die Ukraine zu liefernden T-72-Panzer. Dem Bericht zufolge erklärte eine Sprecherin des slowakischen Verteidigungsministeriums, 15 Leopard-Kampfpanzer könnten “keine Lösung für uns sein, da wir 30 Kampfpanzer für ein Panzerbataillon benötigen”.

Hollywood-Star Ben Stiller stattet Selenskyj Solidaritätsbesuch ab

1 Uhr: Hollywood-Star Ben Stiller hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in seiner Rolle als UN-Sonderbotschafter einen Solidaritätsbesuch in Kiew abgestattet. “Es ist mir eine große Ehre, Sie sind mein Held”, sagte Stiller Selenskyj am Montag in der ukrainischen Hauptstadt. Mit Blick auf Selenskyjs Reden vor Publikum in unterschiedlichen Ländern sagte Stiller dem ukrainischen Präsidenten, es sei “wirklich inspirierend”, wie er “sein Land und die ganze Welt” mobilisiere. Hier lesen Sie mehr.

USA erwägt mit Verbündeten Preisobergrenze für russisches Öl

00.47 Uhr: “Wir sprechen über eine Preisdeckelung oder eine Preisaussetzung, die die jüngsten und vorgeschlagenen Energiebeschränkungen Europas, der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und anderer Länder verstärken würden, die den Preis für russisches Öl drücken und Putins Einnahmen schmälern würden, während gleichzeitig mehr Öl auf den Weltmarkt gelangen könnte”, sagt Yellen zu Reportern in Toronto. Auf die Frage, ob US-Präsident Joe Biden beabsichtige, auf dem G7-Gipfel in Deutschland kommende Woche einen Konsens über eine Ölpreisobergrenze anzustreben, sagt Yellen: “Wir arbeiten sehr aktiv mit unseren Partnern daran”.

Selenskyj sieht Ukraine als Teil des europäischen Werteraums

00.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat kurz vor der Entscheidung über einen EU-Beitrittskandidatenstatus des Landes bekräftigt, dass die Ukraine seiner Meinung nach bereits zu Europa gehört.

Das von Russland attackierte Land beweise jeden Tag, dass es schon Teil eines vereinten europäischen Werteraums sei, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht zu Dienstag. Russland sei sehr nervös wegen der Bestrebungen der Ukraine, der EU beizutreten. Gegen den Beschuss und “brutale” Angriffe im Osten und Süden der Ukraine könne man nur auf dem Schlachtfeld vorgehen, sagte Selenskyj.

Ukraine beklagt Tote und Verletzte im Osten des Landes

23 Uhr: Im Osten des Landes hat die Ukraine am Montag weitere zivile Todesopfer beklagt. Im Gebiet Donezk seien drei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden, teilte Gouverneur Pawlo Kyrylenko auf Telegram mit, zwei weitere wurden demnach verletzt. Auch der Beschuss auf die ostukrainische Großstadt Charkiw hält an. Dort seien am Montag ebenfalls drei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden, schrieb Gouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram. In der Region Sumy soll nach Angaben des dortigen Gouverneurs, Dmytro Schywyzkyj, eine Zivilperson getötet und eine weitere verletzt worden sein. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

Auch in Odessa soll es mehrere Verletzte gegeben haben. Dort und in anderen Regionen im Süden der Ukraine griffen russische Truppen am Montag nach Angaben der ukrainischen Agentur Interfax sowie der Online-Zeitung “Ukrajinska Prawda” innerhalb von drei Stunden 14 Mal mit Raketen an.

Russische Krim-Behörden: Drei Verletzte nach Angriff auf Ölplattformen

22.26 Uhr: Bei den Angriffen von ukrainischen Streitkräften auf drei Ölförderplattformen vor der Küste der Halbinsel Krim sind nach Angaben der russischen Behörden drei Menschen verletzt worden. Sieben würden noch vermisst, erklärte der von Moskau eingesetzte Gouverneur, Sergej Aksjonow, am Montag im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte er die Zahl der Verletzten im russischen Fernsehen mit fünf angegeben.

Laut Aksjonow wurden insgesamt 94 Menschen von den Plattformen in Sicherheit gebracht. Die Suche nach den Vermissten werde fortgesetzt.

Das Unternehmen Tschernomorneftegas beutet mehrere Gas- und Ölfelder im Schwarzen und im Asowschen Meer vor der Küste der Krim aus. Es ist der erste gemeldete Angriff auf Offshore-Öl-Infrastruktur der Krim seit Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine Ende Februar.

Russische Truppen dringen offenbar in Industriegebiet in Sjewjerodonezk vor

20.44 Uhr: In der heftig umkämpften Stadt Sjewjerodonezk sind russische Truppen ukrainischen Angaben zufolge in das Industriegebiet vorgedrungen. Dort werde bereits gekämpft, schrieb der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Montagabend in seinem Telegram-Kanal. Ukrainische Truppen kontrollieren demnach nur das Territorium des Chemiewerks Azot. Auch umliegende Ortschaften stünden unter ständigem Beschuss.

Im Krieg gegen die Ukraine konzentrieren sich russische Truppen seit einiger Zeit auf die Einnahme des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk. Am Montagmorgen räumten ukrainische Behörden den Verlust der Ortschaft Metjolkine südöstlich der Stadt ein.

Kämpfer vor einem beschädigten Gebäude in Sjewjerodonezk: Die Stadt ist heftig umkämpft.Kämpfer vor einem beschädigten Gebäude in Sjewjerodonezk: Die Stadt ist heftig umkämpft.
Kämpfer vor einem beschädigten Gebäude in Sjewjerodonezk: Die Stadt ist heftig umkämpft. (Quelle: Alexander Reka/Tass/imago-images-bilder)

Im Chemiewerk Azot hielten sich nach Angaben der ukrainischen Vize-Regierungschefin, Iryna Wereschtschuk, zuletzt noch etwa 300 Zivilisten auf. Die Lage ändere sich allerdings ständig, sagte sie nach Angaben der ukrainischen Agentur Ukrinform am Montag. Sollten die dort verschanzten Zivilisten den Wunsch äußern, evakuiert zu werden, werde man versuchen, einen Fluchtkorridor einzurichten, so Wereschtschuk den Angaben zufolge. Am Samstag hatte Hajdaj gesagt, die Zivilisten wollten nicht evakuiert werden, es gebe jedoch ständigen Kontakt.

Im Gegensatz zum Stahlwerk Azovstal in Mariupol soll es in Azot kein ausgedehntes Netz an Luftschutzbunkern geben. Die einzelnen Notunterkünfte seien nicht untereinander verbunden, hatte Hajdaj gesagt. In einem Bunkersystem unter dem Stahlwerk Azovstal hatten ukrainische Verteidiger und Zivilisten noch wochenlang ausgeharrt, als Mariupol schon längst von russischen Truppen erobert war.

Russland wirft gefangenen US-Bürgern Verbrechen vor

20.43 Uhr: Die russische Regierung wirft zwei in der Ukraine gefangengenommenen US-Bürgern einem Medienbericht zufolge illegale Aktivitäten vor. Die beiden Männer seien Söldner und müssten die Verantwortung für ihre Verbrechen übernehmen, zitiert die Nachrichtenagentur RIA den Regierungssprecher Dmitri Peskow. Die Genfer Konventionen seien auf sie nicht anwendbar.

Biden: Ukraine-Besuch bei anstehenden Reisen unwahrscheinlich

18.21 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat einen Besuch der Ukraine im Zuge der anstehenden Reisen nach Europa und in den Nahen Osten als “unwahrscheinlich” bezeichnet. Generell hänge eine solche Reise auch immer davon ab, ob sie Schwierigkeiten und Ablenkung für die Ukraine bringen würde, sagte Biden am Montag.

Ende Juni nimmt Biden in Deutschland am Gipfel der G7-Staaten in Elmau teil, anschließend reist er nach Madrid zum Nato-Gipfel. Für Mitte Juli plant Biden eine Reise nach Israel und Saudi Arabien. “Und dann werde ich direkt nach Hause kommen”, sagte er.

Der US-Präsident ist seit Kriegsausbruch am 24. Februar noch nicht in die Ukraine gereist. Im März reiste er nach Polen und traf dort US-Soldaten an der Ostflanke der Nato. Seine Ehefrau Jill besuchte im Mai überraschend die Ukraine. In der Stadt Uschorod kam sie mit Flüchtlingen zusammen.

Selenskyj: Keine Fortschritte bei Getreideausfuhr

18.01 Uhr: Die Verhandlungen zur Aufhebung der Blockade ukrainischer Häfen gestalten sich nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj schwierig. “Wir führen komplexe Verhandlungen auf mehreren Ebenen, um die Blockade unserer ukrainischen Häfen aufzuheben. Aber es gibt noch keine Fortschritte”, sagte er in einer Videoansprache bei einem Treffen der Afrikanischen Union (AU) am Montag.

“Es wurde noch kein wirkliches Instrument gefunden, um sicherzustellen, dass Russland (die Häfen) nicht erneut angreift”, sagte Selenskyj. Russland warf er vor, Afrika in dem Konflikt als “Geisel” zu nehmen. “Die weltweite Lebensmittel-Krise wird so lange dauern, wie dieser Kolonialkrieg andauert”, sagte der Staatschef. In den ukrainischen Häfen stecken derzeit Millionen Tonnen Getreide fest, die insbesondere für Afrika bestimmt sind. Wegen der Blockade durch die russische Flotte im Schwarzen Meer können sie nicht exportiert werden.

Ukraine: Lagerhaus in Odessa bei Raketenangriff zerstört

17.37 Uhr: Bei dem Angriff auf den Schwarzmeer-Hafen Odessa ist nach ukrainischen Angaben ein Lagerhaus für Nahrungsmittel zerstört worden. Die russischen Streitkräfte hätten während eines dreistündigen Bombardements 14 Raketen abgefeuert, teilt das Militär mit. Zuvor hatte das ukrainische Militär nach russischen Angaben Öl-Förder-Plattformen im Schwarzen Meer angegriffen.

Litauen: Keine einseitigen Sanktionen

16.03 Uhr: Litauen wehrt sich gegen russische Kritik. Es seien keine zusätzliche Sanktionen gegen Russland verhängt worden, teilt das Außenministerium der russischen diplomatischen Vertretung in Vilnius mit. Nur Waren, die von der Europäischen Union sanktioniert worden sind, seien von dem Transitverbot betroffen. Die Moskauer Regierung hat ein Transitverbot Litauens für bestimmte Waren in die russische Exklave Kaliningrad als beispiellos und illegal kritisiert. Russland werde darauf in den kommenden Tagen reagieren, sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow.

Ukraine: Russland erhöht militärischen Druck vor EU-Entscheidung

15.54 Uhr: Russland erhöht nach ukrainischen Angaben mit Blick auf die anstehende EU-Entscheidung zur Beitrittsperspektive der Ukraine den militärischen Druck im Osten des Landes. Die Bombardierungen nähmen an den Frontlinien im Donbass im Osten und in der Region Charkiw im Nordosten der Ukraine zu, teilte das ukrainische Präsidialamt am Montag mit.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Sonntagabend vor noch heftigeren russischen Angriffen “in dieser wirklich historischen Woche” gewarnt. Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten ab Donnerstag darüber, der Ukraine den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. “Natürlich erwarten wir, dass Russland seine feindliche Aktivität in dieser Woche verstärkt”, sagte Selenskyj. “Wir bereiten uns vor. Wir sind bereit.”

Ungarischer Außenminister schlägt Getreide-Export über sein Land vor

15.19 Uhr: Große Mengen an Getreide, die derzeit in der Ukraine feststecken, könnten über Ungarn ausgeführt werden. Das schlägt der ungarische Außenminister Peter Szijjarto während eines Treffens der EU-Außenminister vor. In ukrainischen Häfen lagern nach Schätzungen etwa 20 Millionen Tonnen Getreide. Versuche, die Blockade der Schwarzmeerhäfen aufzuheben und das Grundnahrungsmittel zu exportieren, sind bislang gescheitert.

Grüne: Kandidatenstatus als Stoppschild für Russland

15.02 Uhr: Die Europäische Union sollte die Ukraine aus Sicht der Grünen unbedingt als Beitrittskandidat akzeptieren – auch, um damit eine Botschaft nach Moskau zu senden. “Es ist nicht nur Symbolik, es ist auch ein klares Stoppschild Richtung Russland, dass wir die Bündnisfreiheit der Ukraine nicht von russischer Artillerie kaputtmachen lassen”, sagte der Co-Vorsitzende Omid Nouripour am Montag nach Beratungen des Parteivorstands in Berlin. Er hoffe deshalb, dass die Regierungschefs der Mitgliedstaaten ein “klares Zeichen der Solidarität” senden werden.

Die EU-Kommission hatte am Freitag empfohlen, die Ukraine und Moldau offiziell zu Kandidaten für den Beitritt zur Europäischen Union zu ernennen. Die Entscheidung über den Kandidatenstatus müssen nun die Regierungen der 27 EU-Staaten treffen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und seine Kolleginnen und Kollegen kommen an diesem Donnerstag in Brüssel zu Beratungen zum Thema zusammen. Er sei, “sehr froh und dankbar, dass zahlreiche Regierungen in Europa, natürlich auch unsere, diesem Anliegen mehr als offen gegenüberstehen”, sagte Nouripour.

Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine Anfang Juli in der Schweiz

14.09 Uhr: Die Grundlagen für den Wiederaufbau der Ukraine sollen bereits Anfang Juli in der Schweiz gelegt werden. Die Schweizer Regierung lädt am 4. und 5. Juli zur Ukraine-Wiederaufbaukonferenz nach Lugano im Kanton Tessin ein. Erwartet würden Vertreterinnen und Vertreter aus 40 Ländern sowie von 20 UN- und anderen Organisationen und aus der Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft. Die Konferenz sei ein Schweizer Beitrag zur Stabilität Europas und der Welt, sagte Präsident Ignazio Cassis am Montag.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe als Teilnehmer zugesagt, so das Schweizer Außenministerium. Allerdings ist möglich, dass er sich per Zoom zuschaltet.

Ukraine verbietet pro-russische Partei

13.53 Uhr: Die Ukraine hat das bereits per Dekret verhängte Verbot der pro-russischen Partei Oppositionsplattform – Für das Leben offiziell bestätigt. Die Justiz habe die Aktivitäten der Partei wegen “Verletzung der Souveränität” der Ukraine verboten, erklärte Justizminister Denys Maljuska am Montag. Demnach soll das gesamte Parteivermögen eingezogen werden. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Partei Mitte März wegen des russischen Angriffs bereits per Dekret verboten.

Söder: Bei Ukraine-Beitritt zur EU nichts überstürzen

13.46 Uhr: Der Prozess des möglichen Beitritts der Ukraine zur Europäischen Union wird sich nach Auffassung des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Markus Söder hinziehen. “Es wird ein langer Prozess sein”, sagte Söder am Montag nach einer Sitzung des Parteivorstandes in München. “Wir wollen alles im Blick haben.”

Krim-Chef: Kiew attackiert Gasförderplattformen im Schwarzen Meer

12.52 Uhr: Die ukrainische Küstenverteidigung hat prorussischen Angaben zufolge schwimmende Gasförderplattformen im Schwarzen Meer mit Raketen angegriffen. “Zum jetzigen Zeitpunkt sind fünf Menschen gerettet worden, drei davon sind verletzt”, sagte Krim-Chef Sergej Aksjonow in einem am Montag im Nachrichtendienst Telegram veröffentlichten Video.

Nach weiteren Menschen werde mit Rettungsschiffen gesucht. Insgesamt befanden sich demnach zwölf Arbeiter auf den Plattformen. Zuvor hatte der ukrainische Parlamentsabgeordnete Olexij Hontscharenko von Raketenschlägen gegen die Förderplattformen berichtet. Das ukrainische Militär kommentierte den Vorgang zunächst nicht.

Die Plattformen befinden sich etwa 100 Kilometer von der Küste des Gebiets Odessa und 150 Kilometer von der Halbinsel Krim im Schwarzmeerschelf. Im Zuge der russischen Annexion der Krim wurden die Anlagen im März 2014 von Russlands Militär besetzt. Seit Ende Februar dieses Jahres wehrt die Ukraine eine russische Invasion ab und hat vom Westen dafür unter anderem Raketen zur Küstenverteidigung erhalten.

Russland kritisiert Litauens Transitverbot nach Kaliningrad

12.05 Uhr: Die Moskauer Regierung hat ein Transitverbot Litauens für bestimmte Waren in die russische Exklave Kaliningrad als beispiellos und illegal kritisiert. Russland werde darauf in den kommenden Tagen reagieren, sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow.

Die litauischen Behörden verbieten den Transitverkehr von Gütern, die von der Europäischen Union mit Sanktionen belegt sind. Dazu gehören Kohle, Metalle, Baumaterialien und High-Tech-Produkte. Von dem Verbot betroffen ist auch die einzige Zugstrecke zwischen Russland und Kaliningrad, das an der Ostsee zwischen den EU- und Nato-Staaten Litauen und Polen liegt.

Ukraine räumt Verlust eines Vororts von Sjewjerodonezk ein

9.40 Uhr: Die ukrainischen Behörden haben den Verlust der Ortschaft Metjolkine, südöstlich des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk im Osten des Landes eingeräumt. “Die Kontrolle über Metjolkine nahe Sjewjerodonezk ist verloren”, teilte der Militärgouverneur des ostukrainischen Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Montag auf seinem Telegram-Kanal mit.

Das russische Verteidigungsministerium hatte bereits am Sonntag die Eroberung der an Sjewjerodonezk angrenzenden Ortschaft gemeldet. Der ukrainische Generalstab sprach zu dem Zeitpunkt noch von einem Teilerfolg der Russen. Laut Hajdaj haben die russischen Kräfte Artillerie- und Luftangriffe auf die Stadt selbst verstärkt, die das letzte Zentrum der ukrainischen Kräfte im Gebiet Luhansk auf der Ostseite des Flusses Siwerskyj Donez darstellt.

Auch die Schwesterstadt von Sjewjerodonezk, Lyssytschansk, am Westufer des Flusses sei unter Beschuss geraten. Die Evakuierungsmaßnahmen in der Stadt für Zivilisten liefen.

Uniper erhält weiter weniger Gas aus Russland

9.40 Uhr: Der Energiekonzern Uniper meldet weiter geringere Gasmengen aus Russland. “Gestern und heute haben wir wieder nur rund 40 Prozent der nominierten Mengen bekommen. Wir können das über unser Portfolio ausgleichen”, sagte ein Uniper-Sprecher am Montag. Der russische Gaskonzern Gazprom hatte bereits in der vergangenen Woche seine Lieferungen reduziert.

London: Schwächen russischer Luftwaffe entscheidend für Kriegsverlauf

9.17 Uhr: Die Schwierigkeiten Russlands bei seinem Vormarsch in der Ukraine liegen nach Einschätzung britischer Geheimdienstexperten auch an den Schwächen seiner Luftwaffe. Es sei sehr wahrscheinlich, dass diese einer der wichtigsten Faktoren hinter den sehr begrenzten russischen Erfolgen seien, hieß es am Montag in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Die Luftstreitkräfte hätten bisher bei ihren Manövern Risiken eher vermieden und keine Lufthoheit erlangen können. Dies habe den Druck auf die russischen Bodentruppen erhöht, die mittlerweile zunehmend erschöpft seien.

Nach Einschätzung der Briten verfügen die Russen zwar über kampffähige Flugzeuge, sind aber nicht entsprechend für moderne Luftwaffeneinsätze ausgebildet. Die russische Ausbildung bei der Luftwaffe habe sich mutmaßlich jahrelang stärker darauf konzentriert, hochrangige Militärs zu beeindrucken als dynamische Einsatzszenarien verschiedener Truppen zu trainieren, hieß es.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor rund vier Monaten veröffentlicht die britische Regierung regelmäßig Geheimdienstinformationen zum Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Moskau: Erneut russische Grenzregion beschossen

07.42 Uhr: Die russischen Behörden melden einen Verletzten durch Beschuss eines Dorfes in der Grenzregion Brjansk. Zudem sei in der betroffenen Ortschaft Susemka ein Elektrizitätswerk beschädigt worden, erklärt Gouverneur Alexander Bogomas. Der Bericht kann nicht unabhängig überprüft werden.

Die russischen Behörden in den Grenzregionen haben der Ukraine in den vergangenen Wochen wiederholt vorgeworfen, Wohngebiete zu beschießen. Der ukrainische Generalstab teilt mit, Russland habe nach Brjansk und in die benachbarte Region Kursk eine Luftabwehrdivision und bis zu drei taktische Bataillone verlegt.

Russland steigt zu Chinas größtem Öllieferanten auf

07.26 Uhr: Russland hat im Mai so viel Öl nach China verkauft wie noch nie und ist damit zum größten Öllieferanten der Volksrepublik aufgestiegen. China importierte im vergangenen Monat fast 8,42 Millionen Tonnen Rohöl aus Russland, wie die Zollbehörde in Peking am Montag mitteilte. Das sind knapp zwei Millionen Barrel pro Tag (bpd) und 55 Prozent mehr als vor Jahresfrist sowie etwa ein Viertel mehr als im April.

Damit verdrängte Russland nach 19 Monaten wieder Saudi-Arabien von Rang eins der größten Öllieferanten Chinas. Chinesische Unternehmen wie der Raffinerie-Riese Sinopec profitierten dabei von kräftigen Preisnachlässen, nachdem sich westliche Ölkonzerne und Handelshäuser aufgrund der Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs vom russischen Markt zurückgezogen hatten.

Militärexperten: Moskaus Artilleriestärke unzureichend für Offensive

6.20 Uhr: Russlands Überlegenheit bei der Artilleriebewaffnung reicht Militärexperten zufolge nicht für die Einnahme des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine aus. “Russlands konzentrierte Artilleriekapazität gepaart mit wohl geschwächten Infanterieeinheiten bleibt unzureichend, um russische Fortschritte in Sjewjerodonezk zu erzielen”, heißt es in der jüngsten Analyse des Institute for the Study of the War (ISW) vom Sonntagabend. Russische Truppen kämpften zwar weiter um die Kontrolle der Stadt, hätten aber wenig Fortschritte am Sonntag gemacht.

Russland dürfte den Experten zufolge weiter versuchen, die ehemalige Großstadt einzukesseln und die dort verbliebenen ukrainischen Kräfte, die sich weitgehend im Chemiewerk Azot verschanzt haben, vom Nachschub abzuriegeln. Allerdings seien derzeit wenig Fortschritte bei diesem Vorhaben zu sehen. Zudem bereite Moskau eine Offensive auf Slowjansk vor. Der Raum Slowjansk-Kramatorsk gilt als Zentrum der ukrainischen Verteidigungskräfte im Donbass-Gebiet.

Australien beginnt mit Auslieferung zugesagter Kampffahrzeuge an Ukraine

05.41 Uhr: Australien hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums die ersten vier der 14 zugesagten gepanzerten Mannschaftstransportwagen des Typs M113AS4 an die Ukraine geschickt. Sie seien vergangene Woche in Queensland in ein ukrainisches Flugzeug verladen worden, erklärt Verteidigungsminister Richard Marles.

“Australien steht an der Seite der Ukraine und fordert Russland erneut auf, seine unprovozierte, ungerechte und illegale Invasion der Ukraine einzustellen.” Die Kampffahrzeuge seien Teil der mehr als 285 Millionen australische Dollar umfassenden Hilfe.

Selenskyj erwartet wegen EU-Gipfel Zunahme der russischen Angriffe

2.16 Uhr: Nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wird Russland seine Angriffe in dieser Woche angesichts der Beratungen über das Beitrittsgesuch der Ukraine zur Europäischen Union (EU) verstärken. “Diese Woche sollten wir von Russland eine Intensivierung seiner feindlichen Aktivitäten erwarten”, sagt Selenskyj in seiner Videoansprache am Sonntagabend. Hier lesen Sie einen Überblick über die Geschehnisse der Nacht.

Gesperrtes Oligarchen-Vermögen in der EU seit April fast verdoppelt

2 Uhr: Russische Oligarchen und Einrichtungen haben infolge der europäischen Sanktionen Zugriff auf Luxusjachten, Hubschrauber, Gemälde, Immobilien und andere Vermögen im Wert von mehr als 12,5 Milliarden Euro verloren. “Der Betrag der eingefrorenen Vermögen von russischen Oligarchen hat sich nahezu verdoppelt von 6,7 Milliarden Euro im April auf aktuell etwas mehr als 12,5 Milliarden Euro”, sagt der Sprecher für Justizfragen und Rechtsstaatlichkeit der EU-Kommission, Christian Wigand, der Zeitung “Welt”. Der steile Anstieg der eingefrorenen Vermögen sei “maßgeblich” auch darauf zurückzuführen, dass in den vergangenen Wochen besonders in Deutschland zahlreiche Vermögenswerte ausfindig gemacht und gesperrt wurden, zitiert das Blatt aus Kreisen der EU-Kommission, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Von der Leyen rechnet fest mit EU-Kandidatenstatus für Ukraine

00.58 Uhr: Kurz vor dem EU-Gipfel in Brüssel hat sich EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen überzeugt geäußert, dass die Ukraine den Kandidatenstatus bekommen wird. “Ich gehe fest davon aus, dass wir einen positiven Bescheid kriegen, Unterstützung kriegen, die Weichen sind jetzt gestellt”, sagte von der Leyen am Sonntagabend in der ARD-Talksendung “Anne Will”. “Natürlich ist das eine historische Entscheidung, die auch der Europäische Rat jetzt treffen muss, aber die Vorbereitungen sind gut”, sagte sie und fügte hinzu: “Ich bin zuversichtlich.” Hier lesen Sie mehr zu der “Anne Will”-Sendung vom Sonntagabend.

Schulze will Abhängigkeit von Getreideimporten im globalen Süden senken

00.52 Uhr: Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) will Entwicklungsländer langfristig unabhängiger von Getreideimporten machen. “Diese Hungerkrise ist nicht in ein paar Wochen vorbei, sondern wird uns Jahre herausfordern”, sagt Schulze der Zeitung “Welt”. Zunächst müsse nun schnelle Hilfe für Länder organisiert werden, die schon unter den Folgen ausbleibender Lieferungen aus Russland und der Ukraine litten.

“Auf Dauer aber hilft es nur, dass die betroffenen Länder wieder in die Lage versetzt werden, mehr selbst zu produzieren, und zwar klimaangepasst und nachhaltig.” Bislang würden sich viele Länder auf einzelne Lieferanten verlassen und neben Weizen, Mais und Reis zu wenig auf Vielfalt setzen. Das räche sich nun. Auf dem bevorstehenden G7-Gipfel im bayerischen Elmau will Schulze entsprechende Maßnahmen auf den Weg bringen.

Habeck: Etwaige Gas-Notfallsituation im Winter “Spekulation”

22.35 Uhr: Robert Habeck lässt offen, wie Deutschland auf eine etwaige Notfallsituation bei der Gasversorgung reagieren würde. Ob neben Appellen auch Anordnungen und Verbote nötig würden, “werden wir sehen”, so der Bundeswirtschaftsminister im ZDF. Entscheidend sei, dass die Gasspeicher zum Winter hin wie im Gesetz vorgesehen zu 90 Prozent gefüllt seien.

Dies könne man durch Einkäufe, aber auch durch Sparsamkeit erreichen. Die Füllstände reichten für etwa zweieinhalb Monate, gemessen am Verbrauch der letzten Jahre. Das gelte aber nur, solange kein neues Gas geliefert würde. Doch solche Lieferungen gebe es weiterhin. Gleichwohl sei die Lage angespannt und ernst.

Ob es im Winter zu einer Notfallsituation komme, sei Spekulation. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin scheibchenweise die Gaszufuhr nach Europa reduziere, auch um den Preis hochzutreiben. “Und wir müssen mit unseren Maßnahmen darauf antworten.”

Kuleba: Russland hat bei Artillerie Übermacht von 15:1

22.36 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sagt in puncto Waffenlieferungen, dass er hoffe, dass Deutschland mehr tun könne und mehr tun werde. Der Krieg mit Russland sei jetzt ein Artilleriekrieg, sagt Kuleba in der ARD-Sendung “Anne Will”. Die russischen Truppen hätten bei Artilleriwaffen eine Übermacht von 15:1. Deshalb brauche die Ukraine hier dringend Waffen wie Artillerie-Systeme, Flugabwehrgeräte und Raketensysteme. Je früher die Waffen kämen, desto größer sei die Hilfe und desto weniger Menschen würden sterben. Hier lesen Sie mehr zu der “Anne Will”-Sendung vom Sonntagabend.

Italienischer Eni-Konzern erwartet auch am Montag weniger russisches Gas

21.35 Uhr: Der italienische Energiekonzern Eni wird nach eigenen Angaben auch am Montag und damit den sechsten Tag in Folge weniger Gas geliefert bekommen als beim russischen Gaskonzern Gazprom angefragt. Gazprom habe Eni entsprechend informiert, erklärt der italienische Konzern. Am Freitag hatte Eni erklärt, nur etwa die Hälfte der Gas-Menge bekommen zu haben. Am Donnerstag seien es 65 Prozent gewesen, am Mittwoch 85 Prozent. Russland hatte am Donnerstag erklärt, die Reduzierung sei nicht vorsätzlich, sondern hänge mit Wartungsproblemen zusammen. Der italienische Regierungschef Mario Draghi hat dies als “Lüge” bezeichnet.

BDI-Chef: Hunderttausende Firmen arbeiten an Energieeinsparungen

19.40 Uhr: “Die Unternehmen arbeiten an der Einsparung nicht erst seit gestern”, sagt der Chef des Industrieverbands BDI, Siegfried Russwurm, im ZDF zu Forderungen, auch die Industriefirmen müssten weniger Energie verbrauchen. Die hohen Energie-Kosten hätten bereits jedes Unternehmen dazu gebracht, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen – allein schon, um wettbewerbsfähig zu bleiben. “Hunderttausende Unternehmen arbeiten daran.” Die Abhängigkeit von Gas mache der Branche gleichwohl sorgen. Die Gas-Speicher werden gefüllt werden müssen. Man müsse aber auch versuchen, möglichst viele andere Energiequellen aufzutun. Wo es gehe, könne man versuchen, auf Öl umzustellen. “Viele Maßnahmen zusammengenommen helfen hoffentlich, dass wir auch über die Engpässe hinweg kommen.”

Berichte: Britischer Armeechef mahnt zur Vorbereitung auf Kriegseinsatz

18.41 Uhr: Der neue Generalstabschef der britischen Streitkräfte hat Medienberichten zufolge in einem Rundschreiben an alle Soldaten die Vorbereitung auf einen Kriegseinsatz in Europa gefordert. Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine müsse sich Großbritannien auch auf weitere russische Aggressionen auf dem europäischen Festland einstellen, argumentierte General Patrick Sanders der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. “Es gibt jetzt den dringenden Zwang, eine Armee aufzubauen, die in der Lage ist, an der Seite unserer Verbündeten Russland auf dem Schlachtfeld zu besiegen”, zitierte PA aus dem Schreiben des Generalstabschefs, der seinen Posten am vergangenen Montag angetreten hatte. Der Generalstabschef ist der ranghöchste Soldat der britischen Landstreitkräfte.

Botschafter Melnyk: “Ich weine fast jeden Tag”

18.15 Uhr: Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk lässt nicht locker: Deutschland liefere zu wenig und vor allem zu langsam Waffen an die Ukraine. Seine Landsleute fühlten sich im Stich gelassen, sagt er im Interview mit der “Zeit”. Deutschland habe demnach alle Möglichkeiten in der Hand, um der Ukraine bei der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg zu helfen, und dennoch: Die Bundesregierung bleibe mit ihren Handlungen weit hinter seinen Erwartungen zurück.

Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in Deutschland: "Ich hoffe, dass ich Scholz mit diesem Ausdruck nicht beleidigt habe."Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in Deutschland: "Ich hoffe, dass ich Scholz mit diesem Ausdruck nicht beleidigt habe."
Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in Deutschland: “Ich hoffe, dass ich Scholz mit diesem Ausdruck nicht beleidigt habe.” (Quelle: Chris Emil Janßen/imago-images-bilder)

Für seine Äußerungen gegenüber der Bundesregierung, aber auch Kanzler Olaf Scholz, wurde Melnyk bereits scharf kritisiert. Diesen nannte er eine “beleidigte Leberwurst”, weil er nach einer Ausladung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steunmeier zunächst nicht in die Ukraine reisen wollte. “Beleidigte Leberwurst ist für mich ein sehr schöner Ausdruck, der zeigt, wie reich die deutsche Sprache ist. Ich hoffe, dass ich Scholz mit diesem Ausdruck nicht beleidigt habe”, gesteht Melnyk nun ein. Seelisch ginge es ihm selbst nicht gut, “Ich weine fast jeden Tag. Abends, wenn ich zu Hause bin und mir die Lage in meiner Heimat ansehe”, so Melnyk.

Chemieverband VCI sieht keine akuten Probleme bei Gasversorgung

17.09 Uhr: Nach Einschätzung des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) führt die Drosselung der Gaslieferungen über die Pipeline Nordstream 1 noch nicht zu akuten Versorgungsproblemen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Der VCI erklärt weiter, er unterstütze die von Wirtschaftsminister Robert Habeck angekündigten Schritte zur Reduzierung des Gasverbrauchs. Dem VCI zufolge ist die Branche mit einem Anteil von 15 Prozent der größte Erdgasverbraucher in Deutschland. Nur ein Bruchteil des Branchenbedarfs könne durch alternative Brennstoffe ersetzt werden.

Russische Truppen versuchen offenbar, auf Charkiw vorzurücken

14.55 Uhr: Noch vor wenigen Wochen war es den ukrainischen Truppen gelungen, eine russische Offensive auf Charkiw abzuwehren. Nun scheint die russische Armee erneut zu versuchen, auf die zweitgrößte Stadt des Landes vorzurücken. Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums versuchten russische Truppen dies und auch, die Stadt erneut zu bombardieren. Die Lage nördlich von Charkiw sei ziemlich schwierig, sagt Wadym Denysenko, ein Berater des Ministeriums, im ukrainischen Fernsehen. “Russland versucht, Charkiw zu einer Stadt an vorderster Front zu machen.” Charkiw liegt im Nordosten und ist nach der Hauptstadt Kiew die zweitgrößte Stadt des Landes.

Russische Soldaten auf einem gepanzerten Fahrzeug: Die Situation um Charkiw scheint sich zu verschärfen.Russische Soldaten auf einem gepanzerten Fahrzeug: Die Situation um Charkiw scheint sich zu verschärfen.
Russische Soldaten auf einem gepanzerten Fahrzeug: Die Situation um Charkiw scheint sich zu verschärfen. (Quelle: RIA Novosti/imago-images-bilder)

Panzerhaubitze 2000: Was das “modernste Artilleriegeschütz der Welt” kann

14.26 Uhr: Bald schon sollen zur Unterstützung der Ukraine Deutschlands modernste Geschütze im Krieg aufgefahren werden. Dieses Video zeigt, was die Panzerhaubitze 2000 gegen Putins Armee ausrichten könnte.

Moskau: Dutzende ukrainische Generäle und Offiziere getötet

14.05 Uhr: Das russische Militär hat nach eigenen Angaben mit einem Raketenangriff einen Führungsgefechtsstand der ukrainischen Streitkräfte mit hochrangigen Offizieren zerstört. “Durch den Schlag wurden mehr als 50 Generäle und Offiziere der ukrainischen Streitkräfte, darunter auch Generalstabsoffiziere und der Kommandostab des Truppenverbands “Kachowka”, der Luftlandetruppen und der Verbände vernichtet, die im Gebiet Mykolajiw und Saporischschja agieren”, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow am Sonntag.

Igor Konashenkov, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums: Er sprach von 50 getöteten Offizieren und Generälen.Igor Konashenkov, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums: Er sprach von 50 getöteten Offizieren und Generälen.
Igor Konashenkov, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums: Er sprach von 50 getöteten Offizieren und Generälen. (Quelle: SNA/imago-images-bilder)

Laut Konaschenkow lag der ukrainische Führungsgefechtsstand im Gebiet Dnipropetrowsk nahe der Siedlung Schyroka Datscha, südlich der Großstadt Krywyj Rih und wurde von seebasierten Marschflugkörpern des Typs “Kalibr” getroffen. Die Lenkwaffen sollen eine Reichweite von bis zu 2.500 Kilometer haben.

Daneben seien durch die Kalibr-Raketen auch mehrere westliche Artilleriesysteme vom Typ M777 und bis zu 20 gepanzerten Fahrzeuge auf einem Werksgelände in Mykolajiw vernichtet worden. Andere Raketen hätten eine Eisenbahnstation im Gebiet Dnipropetrowsk getroffen, wo gerade ukrainisches Militär verladen wurde. Zudem sei auch im Gebiet Donezk eine größere ukrainische Einheit mit Raketen beschossen worden. Konaschenkow bezifferte die ukrainischen Verluste in den beiden letztgenannten Fällen auf mehr als 300 Soldaten. Der Armeesprecher verkündete zudem die vollständige Einnahme der Ortschaft Metjolkine durch russische Truppen. Unabhängig können diese Angaben derzeit nicht überprüft werden.

Selenskyj richtet emotionale Botschaft an Väter

11.20 Uhr: Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine reißt Familien entzwei. Zum Internationalen Vatertag hat Präsident Wolodymyr Selenskjy deshalb bewegende Worte an die Väter des Landes gerichtet. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ein Vater und seine Tochter halten die Hände an ein Zugfenster: Viele Familien wurden durch den Krieg in der Ukraine getrennt.Ein Vater und seine Tochter halten die Hände an ein Zugfenster: Viele Familien wurden durch den Krieg in der Ukraine getrennt.
Ein Vater und seine Tochter halten die Hände an ein Zugfenster: Viele Familien wurden durch den Krieg in der Ukraine getrennt. (Quelle: Selenskyj/Instagram/leer)

Ukraine meldet neue Raketenangriffe auf Kiew

11.05 Uhr: Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am Sonntagmorgen erneut aus der Luft angegriffen worden – es waren Sirenen des Luftalarms und Explosionen zu hören. Nach offiziellen Angaben schoss die ukrainische Luftabwehr russische Raketen über der Stadt jedoch ab. “Im Stadtbezirk Wyschhorod waren heute Morgen Explosionen zu hören. Die Luftabwehr hat feindliche Flugziele beschossen”, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Kiew, Olexij Kuleba, am Sonntag auf seinem Telegram-Kanal mit.

Zerstörtes Wohngebäude in Kiew (Archivbild): Diesmal wurde in der Stadt nichts zerstört, die Raketen erfolgreich abgewehrt.Zerstörtes Wohngebäude in Kiew (Archivbild): Diesmal wurde in der Stadt nichts zerstört, die Raketen erfolgreich abgewehrt.
Zerstörtes Wohngebäude in Kiew (Archivbild): Diesmal wurde in der Stadt nichts zerstört, die Raketen erfolgreich abgewehrt. (Quelle: Aleksandr Gusev/imago-images-bilder)

Seinen Angaben zufolge gab es keine Schäden und Verletzten in der Stadt. Er bat die Kiewer allerdings darum, weiterhin nach dem Luftalarm die Schutzkeller aufzusuchen. In verschiedenen sozialen Netzwerken tauchten später Fotos auf, die Spuren einer Rakete am Himmel über dem Gebiet Kiew zeigen sollen.

Russische Truppen haben Kiew seit Kriegsbeginn mehrfach unter Beschuss genommen. Zu Beginn der Invasion versuchten russische Boden- und Luftlandetruppen auch, die ukrainische Hauptstadt zu erobern, wurden aber zurückgeschlagen. Später hat Moskau seine Truppen aus dem Gebiet um Kiew zurückgezogen. Mit Raketen ist die Stadt aber von russischem Gebiet aus immer noch zu erreichen.

Ein Toter bei Explosion von Tanklager in Nowomoskowsk

10.12 Uhr: In Nowomoskowsk im Osten der Ukraine ist ein Treibstofflager nach russischem Raketenbeschuss explodiert. Ein Mensch sei getötet, zwei Menschen seien verletzt worden, teilt der Leiter der Regionalverwaltung, Valentyn Resnitschenko, im Internet mit. Bereits am Samstag hätten drei russische Raketen das Lager getroffen.

Auch 14 Stunden nach dem Treffer versuchten Feuerwehrleute noch immer, den Brand zu löschen. Beim Angriff selbst wurden Resnitschenko zufolge am Samstag elf Menschen verletzt. Nowomoskowsk liegt nordöstlich von Dnipro, der Hauptstadt der Region Dnipropetrowsk.

Die Nacht im Überblick

Gouverneur im Donbass warnt vor Eskalation

3.40 Uhr: Der Gouverneur der ukrainischen Donbass-Teilregion Luhansk, Serhij Hajdaj, hat vor einer weiteren Eskalation der russischen Kriegsführung in der Region gewarnt und den Westen um zusätzliche Waffen gebeten. “Es ist gut, dass der Westen uns hilft, aber das kommt zu spät”, sagte Hajdaj der Nachrichtenagentur AFP in einem Interview. In der Region Luhansk gebe es angesichts der russischen Angriffe “keine sicheren Orte mehr”.

Hajdaj forderte die Lieferung von Waffen “mit großer Reichweite”, die “schnell ankommen” müssten. Er warnte davor, dass russische Einheiten die Stadt Lyssytschansk einkreisen könnten, indem sie diese von der Versorgung über Zufahrtsstraßen abschneiden. “Das ist theoretisch möglich. Das ist ein Krieg, alles kann passieren”, sagte Hajdaj.

Prorussische Einheiten fahren auf einer Straße in Luhansk: Der Gouverneur warnt vor einer Verschlimmerung der Situation.Prorussische Einheiten fahren auf einer Straße in Luhansk: Der Gouverneur warnt vor einer Verschlimmerung der Situation.
Prorussische Einheiten fahren auf einer Straße in Luhansk: Der Gouverneur warnt vor einer Verschlimmerung der Situation. (Quelle: Alexander Reka/TASS/imago-images-bilder)

Generalstab: Russische Truppen bei Krasnopillja zurückgeschlagen

3 Uhr: Laut einer Mitteilung des ukrainischen Generalstabs haben ukrainische Streitkräfte russische Truppen in der Nähe der Stadt Krasnopillja zurückgeschlagen. Die russischen Soldaten hätten sich auf einer Aufklärungsmission befunden. Sie hätten schwere Verluste erlitten. Ukrainische Behörden melden zudem, dass in der Nacht Orte weiter westlich in den Regionen Poltawa und Dnipropetrowsk beschossen worden seien.

Johnson fordert Westen zu dauerhafter Unterstützung auf

1.30 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat die westlichen Verbündeten der Ukraine aufgefordert, das Land langfristig zu unterstützen und vor den Folgen eines möglichen Siegs Russlands gewarnt. In einem Gastbeitrag für die Zeitung “The Sunday Times” schrieb Johnson, Kiews Unterstützer müssten sicherstellen, dass die Ukraine “die strategische Ausdauer hat, um zu überleben und schließlich zu gewinnen”.

“Zeit ist jetzt der entscheidende Faktor”, schrieb Johnson in seinem am späten Samstagabend online veröffentlichten Artikel. Alles werde jetzt davon abhängen, “ob die Ukraine ihre Verteidigungsfähigkeit schneller stärkt, als Russland seine Angriffsfähigkeit erneuert”. Aufgabe der Verbündeten sei es “dafür zu sorgen, dass die Zeit für die Ukraine spielt”.

Stoltenberg rechnet mit jahrelangem Krieg

0.20 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg rechnet mit einem jahrelangen Krieg in der Ukraine. “Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass er Jahre dauern könnte”, sagte er der “Bild am Sonntag”. Deshalb dürfe man nicht nachlassen in der Unterstützung der Ukraine gegen Russland.

Die Kosten dafür seien hoch, weil die Militärhilfe teuer sei und die Preise für Energie und Lebensmittel steigen. Aber das sei kein Vergleich zu dem Preis, den die Ukraine jeden Tag mit vielen Menschenleben zahle, sagte Stoltenberg. Wenn man dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht entschieden entgegentrete, “dann bezahlen wir einen viel höheren Preis”.

Jens Stoltenberg bei einer Rede in Finnland (Archivbild): Der Nato-Generalsekretär rechnet mit einem jahrelangen Krieg in der Ukraine.Jens Stoltenberg bei einer Rede in Finnland (Archivbild): Der Nato-Generalsekretär rechnet mit einem jahrelangen Krieg in der Ukraine.
Jens Stoltenberg bei einer Rede in Finnland (Archivbild): Der Nato-Generalsekretär rechnet mit einem jahrelangen Krieg in der Ukraine. (Quelle: Markku Ulander/imago-images-bilder)

18. Juni

Gouverneur: Zivilisten wollen Chemiewerk nicht verlassen

23.57 Uhr: Die ukrainischen Zivilisten in Schutzräumen des Chemiewerks Azot in der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk wollen nach Angaben der Gebietsführung nicht evakuiert werden. “Es gibt ständigen Kontakt zu ihnen. Man hat ihnen mehrfach eine Evakuierung angeboten, aber sie wollen nicht”, sagte der Gouverneur des ostukrainischen Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, am Samstag im Fernsehen. In dem Werk hätten 568 Zivilisten Schutz gesucht, darunter 38 Kinder.

Der Ort sei nicht mit dem Stahlwerk Azowstal in der Hafenstadt Mariupol zu vergleichen, sagte Hajdaj. “Das ist keine unterirdische Stadt. Das sind einzelne Notunterkünfte, die getrennt, nicht untereinander verbunden sind.” In einem Bunkersystem unter dem Stahlwerk Azowstal hatten ukrainische Verteidiger und Zivilisten noch wochenlang ausgeharrt, als Mariupol schon längst von russischen Truppen erobert war.

Ein Mann hält sein Baby im umkämpften Chemiewerk Azot (Archivbild): Offenbar verweigern viele eine Evakuierung.Ein Mann hält sein Baby im umkämpften Chemiewerk Azot (Archivbild): Offenbar verweigern viele eine Evakuierung.
Ein Mann hält sein Baby im umkämpften Chemiewerk Azot (Archivbild): Offenbar verweigern viele eine Evakuierung. (Quelle: Marko Djurica/Reuters-bilder)

Berichte: Litauen schränkt Güterverkehr zu russischer Enklave ein

23.30 Uhr: Nach mehreren Medienberichten beabsichtigt Litauen, EU-Sanktionen durchzusetzen – und bestimmte Güter nicht mehr nach Kaliningrad durchlassen. Die Provinz zwischen Litauen und Polen ist für Russland nicht direkt über Landwege erreichbar. Wilna will offenbar sanktionierte Güter nicht mehr durchlassen – diese machen aber nach Angaben des russischen Gouverneurs fast die Hälfte der Importe aus, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Lesen Sie hier mehr dazu.

Moskau: Fast zwei Millionen Ukrainer nach Russland gebracht

21.27 Uhr: Aus den umkämpften Gebieten der Ukraine sind nach Angaben des Moskauer Militärs fast zwei Millionen Menschen nach Russland gebracht worden. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums nannte eine Gesamtzahl von 1,936 Millionen Menschen aus der Ukraine, darunter 307.000 Kinder. Allein am Samstag seien 29.730 Menschen nach Russland evakuiert worden, darunter 3500 Kinder, sagte Generaloberst Michail Misinzew.

Nach Moskauer Darstellung werden die Menschen aus den Kampfgebieten und aus den Separatistengebieten Donezk und Luhansk nach Russland in Sicherheit gebracht. Die Ukraine wirft Russland vor, die Menschen nicht auf Gebiet fliehen zu lassen, das von der Kiewer Regierung kontrolliert wird. Aus Sicht der Ukraine deportiert Russland ihre Bürger. Viele ukrainische Flüchtlinge versuchen, Russland wieder zu verlassen und in Drittländer weiterzureisen.

Russische Raketen zerstören Treibstoffdepot bei Dnipro

20.54 Uhr: Russische Truppen haben am Samstag mit einem Raketenangriff Öltanks nahe der zentralukrainischen Stadt Dnipro zerstört. Die regionale Verwaltung berichtete von drei Raketen, die das Depot im Kreis Nowomokowsk trafen. “Es gibt ein starkes Feuer”, schrieb der Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, auf Telegram. Drei Menschen seien mit Verbrennungen in Krankenhäuser gekommen.

In der Nähe der Stadt Isjum in der Ostukraine trafen russische Raketen eine Fabrik, die Gas verarbeitet. Auch dort gab es einen großen Brand, wie der Gouverneur des Gebietes Charkiw, Oleh Synjehubow, mitteilte. Außer der Fabrik seien auch Wohnhäuser getroffen worden. Angaben zu Opfern wurden in diesem Fall nicht gemacht.

Russische Truppen erzielen Geländegewinne bei Sjewjerodonezk

19.54 Uhr: Die russische Armee hat Geländegewinne in der Nähe des schwer umkämpften Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk erzielt, die einstige Großstadt selbst aber weiterhin nicht einnehmen können. “Durch den Beschuss und Sturm hat der Feind in der Ortschaft Metjolkine einen Teilerfolg erzielt und versucht sich dort festzusetzen”, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Samstagabend mit. Metjolkine liegt südöstlich von Sjewjerodonezk.

Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow hatte zuvor erklärt, die russischen Kräfte hätten die Ortschaft eingenommen. In der russischen Streitmacht in der Ukraine kämpfen Tausende Tschetschenen.

Die Kämpfe um Sjewjerodonezk selbst halten nach ukrainischen Angaben weiter an. Demnach beschießen die russischen Truppen das Verwaltungszentrum des Gebiets Luhansk im Osten der Ukraine mit schwerer Artillerie. Ein versuchter Sturm der ukrainischen Stellungen im Industriegebiet der Stadt sei aber gescheitert. Auch in Syrotyne, einem Dorf westlich von Metjolkine, blieben die russischen Sturmversuche erfolglos.

An anderen Frontabschnitten waren vor allem schwere Waffen im Einsatz, meist ohne den Versuch einer Bodenoffensive. So wurde die Ortschaft Berestowe im Raum Bachmut westlich von Sjewjerodonezk von Luftangriffen getroffen. In Richtung Awdijiwka, Nowopawliwka und Saporischschja übten die Russen ständigen Artilleriebeschuss aus, um eine Umgruppierung der ukrainischen Kräfte zu verhindern.

Ihre Tochter wird aus Sjewjerodonezk evakuiert und sie weint: Die ehemalige Großstadt ist hart umkämpft.Ihre Tochter wird aus Sjewjerodonezk evakuiert und sie weint: Die ehemalige Großstadt ist hart umkämpft.
Ihre Tochter wird aus Sjewjerodonezk evakuiert und sie weint: Die ehemalige Großstadt ist hart umkämpft. (Quelle: Rick Mavex/imago-images-bilder)

EU wirft Russland Herbeiführen von Hungerkatastrophen vor

19.52 Uhr: Die EU beschuldigt Russland, bewusst das Risiko einer Hungerkatastrophe in großen Teilen der Welt herbeizuführen. Es sei Moskaus “bewusste politische Entscheidung, Getreideexporte als Waffe und Erpressungsinstrument gegen jeden einzusetzen, der sich gegen seine Aggression in der Ukraine stellt”, erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Samstag in einem Blogeintrag.

Gaswerk offenbar von Raketen getroffen

19.23 Uhr: Im Bezirk Isium im Osten der Ukraine wird nach ukrainischen Angaben ein Gaswerk von russischen Raketen getroffen: Ein großes Feuer sei ausgebrochen, Rettungsteams seien im Einsatz, schreibt der Gouverneur der Region Charkiw auf Telegram. Auch einige andere Gebäude seien beschädigt.

Scholz fordert Einlenken Russlands im Streit um Getreide-Exporte

18.48 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat Russland zum Einlenken im Streit um ukrainische Getreideexporte aufgefordert. “Man muss für die Welt hoffen, dass eine Verständigung gelingt”, sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf laufende Verhandlungen über einen Exportkorridor über das Schwarze Meer. “Russland muss einen sicheren Transport ermöglichen und zugleich glaubhaft zusichern, dass es einen solchen Korridor nicht für eine Invasion nutzt”, sagte Scholz. “Es kann ja nicht sein, dass die Getreideschiffe die ukrainischen Häfen verlassen und die russischen Kriegsschiffe die Häfen ansteuern.”

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Donnerstag nach dem Treffen mit Scholz und anderen europäischen Staats- und Regierungschefs in Kiew kritisiert, dass Russland durch eine Blockade ukrainischer Häfen die Ausfuhr von Getreide verhindere und damit eine Lebensmittelkrise hervorrufe. Es müsse alles getan werden, damit Russland in Afrika und Asien nicht Hunger und politisches Chaos auslöse. EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis hatte Russland vorgeworfen, UN-Bemühungen um den Export von ukrainischem Getreide zu blockieren. Die Ukraine ist einer der größten Getreideexporteure der Welt.

Scholz sagte, Deutschland unterstütze die Bemühungen des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres um einen Exportkorridor. Auf die Frage, ob eine UN-Mission denkbar sei, um den Zugang zu ukrainischen Häfen wie Odessa zu sichern, sagte der Bundeskanzler: “Über all diese Fragen wird gegenwärtig verhandelt, aber öffentlich darüber zu spekulieren, machten diese schwierigen Verhandlungen noch komplizierter als sie ohnehin schon sind, deshalb tue ich das nicht.”

Olena Selenska über den Krieg: “Als würde ich ein Computerspiel spielen”

17.13 Uhr: Als Frau des ukrainischen Präsidenten gilt sie als Ziel Nummer zwei des russischen Angriffs – gleich nach Selenskyj selbst. In einem Interview spricht Selenska von ihrer Flucht und den langen Tagen danach. Mehr dazu lesen Sie hier.

Olena Selenska, First Lady der Ukraine: Mittlerweile befindet sie sich wieder in Kiew.Olena Selenska, First Lady der Ukraine: Mittlerweile befindet sie sich wieder in Kiew.
Olena Selenska, First Lady der Ukraine: Mittlerweile befindet sie sich wieder in Kiew. (Quelle: Ukrainian Presidential/imago-images-bilder)

Union setzt Scholz bei Lieferung schwerer Waffen unter Druck

16.50 Uhr: Die Union setzt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wegen dessen Zögerns bei der Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine weiter unter Druck. Anlässlich der für Mittwoch geplanten Regierungserklärung von Scholz im Bundestag wollen CDU und CSU einen Antrag einbringen, der laut Medienberichten konkret die umgehende Lieferung von Marder-Schützenpanzern sowie von Berge- und Pionierpanzern fordert. “Sonst gibt es bald keine Ukraine mehr”, warnte Fraktionsvize Johann Wadephul.

Über den Antrag berichteten am Wochenende zuerst die “Welt am Sonntag” und der Berliner “Tagesspiegel”. Ziel sei die Lieferung gepanzerter Waffensysteme für die Ukraine, “die schnell zur Verfügung stehen”, sagte Wadephul dem “Tagesspiegel”. Er kritisierte, Deutschland bleibe in Hinsicht auf die Lieferung schwerer Waffen “hinter allen Erwartungen zurück” und erfülle auch nicht die Vorgaben des gemeinsamen Entschlusses von Ampel und Union dazu vom April.

“Deshalb können wir dem Kanzler nicht ersparen, diese Diskussion im Bundestag noch einmal zu führen”, sagte der CDU-Politiker. “Wir messen ihn an Taten, nicht an Worten.” Wadephul kritisierte, der Rüstungskonzern Rheinmetall müsse seine Marder-Panzer “schon fast wie Sauerbier anbieten, weil das Kanzleramt für ihre Ausfuhr keine Genehmigung erteilt”.

Selenskyj besucht Kriegsfront in Mykolaiv

14.50 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat offiziellen Angaben nach eine weitere Frontregion besucht – Mykolaiv im Süden des Landes. Auf einem am Samstag erschienenen Video in seinem Telegram-Kanal ist zu sehen, wie Selenskyj Ruinen in der Stadt in Augenschein nimmt und nach einer Lagebesprechung Orden verteilt.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine: Es war nicht sein erster Besuch an der Front.Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine: Es war nicht sein erster Besuch an der Front.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine: Es war nicht sein erster Besuch an der Front. (Quelle: Ukrainian Presidential Press Service/Reuters-bilder)

Er habe an einem Treffen zu wichtigen Themen in der Region teilgenommen. “Wir haben den Zustand der Wirtschaft, die Wiederherstellung der Wasserversorgung und die Situation in der Landwirtschaft besprochen. Besonderes Augenmerk wurde auf Bedrohungen von Land und Meer gelegt”, heißt es in der Beschreibung des Videos.

Unter anderem ist zu sehen, wie Selenskyj den Militärgouverneur des Gebiets Mykolaiv, Witali Kim, und den Bürgermeister Olexander Senkewitsch mit Orden auszeichnet. Kurz nach Kriegsbeginn hatten russische Truppen bei Cherson den Fluss Dnipro überschritten. In der Zeit schien auch das benachbarte Mykolaiv kurz vor dem Fall. Doch die ukrainischen Truppen konnten den russischen Vormarsch stoppen und teilweise sogar zurückdrängen. Derzeit laufen die Kämpfe entlang der Gebietsgrenzen zwischen Cherson und Mykolaiv.

Behörden: Raketen sind in Krywji Rih eingeschlagen

12.47 Uhr: In der Stadt Krywji Rih im Zentrum der Ukraine sind nach Angaben der örtlichen Behörden Raketen eingeschlagen. Es gebe mindestens zwei Opfer, teilen die Behörden auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Es sei ein Bezirk im Süden der Stadt getroffen worden. Krywji Rih liegt in der Region Dnipropetrowsk.

Scholz sichert Ukraine weitere Hilfen zu

11.07 Uhr: Wenige Tage nach seiner Kiew-Reise hat Olaf Scholz der Ukraine weitere Unterstützung zugesagt – finanziell und militärisch. Auch in Brüssel wolle er sich für das Land starkmachen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): In dem Videoformat "Kanzler kompakt" will er sich künftig einmal wöchentlich zu bestimmten Themen äußern.Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): In dem Videoformat "Kanzler kompakt" will er sich künftig einmal wöchentlich zu bestimmten Themen äußern.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): In dem Videoformat “Kanzler kompakt” will er sich künftig einmal wöchentlich zu bestimmten Themen äußern. (Quelle: Michael Kappeler/dpa-bilder)

London: Schwierige Lage für ukrainische Zivilisten in Sjewjerodonezk

10.10 Uhr: Zivilisten in der schwer umkämpften ukrainischen Stadt Sjewjerodonezk müssen nach Einschätzung britischer Geheimdienstexperten sehr schwierige Abwägungen treffen. Einerseits gebe es angesichts zerstörter Brücken außer den von Russland und seinen Verbündeten einseitig ausgegebenen humanitären Korridoren kaum Wege, um aus der Stadt zu kommen.

Andererseits habe Moskau schon in früheren Fällen in der Ukraine und auch in Syrien solche Korridore als Mittel missbraucht, um sich Vorteile auf dem Schlachtfeld zu verschaffen und Menschen zwangsweise umzusiedeln, hieß es in einer Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums am Samstag.

Russlands vorgeschlagene Route würde die Menschen in Richtung des Orts Swatowe führen, weiter in das von Russland besetzte Gebiet, so die britischen Experten. Sie warnten jedoch: “Wenn eingeschlossene Zivilisten das Angebot ablehnen, durch einen Korridor hinauszugehen, wird Russland das wahrscheinlich als Rechtfertigung nehmen, um weniger Unterschied zwischen ihnen und irgendwelchen militärischen ukrainischen Zielen zu machen.”

Nach Einschätzung der Briten haben russische Truppen in den vergangenen 48 Stunden erneut versucht, südlich von Isjum vorzustoßen, um den Kessel von Sjewjerodonezk vom Norden her einzukreisen.

Russische Medien führen in Ukraine gefangene US-Soldaten vor

9.09 Uhr: Russische Medien haben zwei in der ukrainischen Armee kämpfende und von moskautreuen Truppen gefangen genommene US-Soldaten vorgeführt. Er habe der westlichen “Propaganda” von den “schlechten Russen” geglaubt und sei deswegen in den Krieg gezogen, rechtfertigte sich einer der Männer im Interview mit der kremlnahen Zeitung “Iswestija”, das das Blatt am Freitag auf seinem Telegram-Kanal zeigte. “In den westlichen Medien wird uns nicht gesagt, wie inkompetent und korrupt die ukrainische Armee ist”, sagte er.

Der zweite Gefangene trat beim Kremlsender RT auf. Er übermittelte nur einen Gruß an seine Mutter und sprach von der Hoffnung, nach Hause zurückkehren zu dürfen. Beide Soldaten stammen laut den russischen Medien aus dem US-Bundesstaat Alabama und sollen in der Nähe von Charkiw gefangen genommen worden sein.

Die beiden Soldaten sollen als Freiwillige an der Seite der ukrainischen Armee gekämpft haben. Huynh sagte in dem von RT veröffentlichten Video, er und Drueke hätten sich während der Gefechte in der Region Charkiw zurückgezogen und mehrere Stunden lang versteckt, bevor sie sich schließlich der russischen Armee ergeben hätten. Unklar sind die Umstände, unter denen die Interviews aufgenommen wurden und ob Druck auf die Gefangenen ausgeübt wurde.

Ein ukrainischer Soldat in Donezk (Archivbild): Zwei US-Soldaten wurden im Krieg gefangen genommen und im russischen TV vorgeführt.Ein ukrainischer Soldat in Donezk (Archivbild): Zwei US-Soldaten wurden im Krieg gefangen genommen und im russischen TV vorgeführt.
Ein ukrainischer Soldat in Donezk (Archivbild): Zwei US-Soldaten wurden im Krieg gefangen genommen und im russischen TV vorgeführt. (Quelle: Agencia EFE/imago-images-bilder)

BKA: Hunderte Hinweise auf russische Kriegsverbrechen

7.02 Uhr: Das Bundeskriminalamt (BKA) hat nach eigenen Angaben mehrere hundert Hinweise auf Kriegsverbrechen russischer Soldaten in der Ukraine. “Bisher haben wir eine dreistellige Zahl von Hinweisen erhalten”, sagt BKA-Präsident Holger Münch der “Welt am Sonntag” laut Vorabbericht. Ermittelt werde nicht nur zu Tätern von Kriegsverbrechen, sondern auch zu den dafür militärisch und politisch Verantwortlichen.

“Unser klares Ziel ist es, die für Gräueltaten Verantwortlichen zu identifizieren, ihre Taten durch unsere Ermittlungen nachzuweisen und sie vor ein Gericht zu stellen.” Das BKA gehe allen Spuren nach, suche Hinweisgeber und sammele Beweise. “Damit bereiten wir uns auf mögliche Anklagen gegen Personen, die mutmaßlich Verantwortung für Kriegsverbrechen in der Ukraine tragen, in Deutschland vor.” Nach dem Weltrechtsprinzip können Kriegsverbrecher auch in Deutschland vor Gericht gestellt werden.

Bestattungen in Butscha: In der ukrainischen Stadt sollen russische Truppen Massaker angerichtet haben.Bestattungen in Butscha: In der ukrainischen Stadt sollen russische Truppen Massaker angerichtet haben.
Bestattungen in Butscha: In der ukrainischen Stadt sollen russische Truppen Massaker angerichtet haben. (Quelle: Zuma Wire/imago-images-bilder)

Ukraine meldet Versenkung eines russischen Schleppers

7 Uhr: Der von ukrainischen Raketen getroffene Schlepper der russischen Schwarzmeerflotte ist nach ukrainischen Behördenangaben gesunken. Lesen Sie hier mehr dazu.

Die Nacht im Überblick

Polen fordert weitere Sanktionen gehen Russland

4.10 Uhr: Polen fordert weitere Strafmaßnahmen gegen Russland, um Moskau im Ukraine-Krieg zum Einlenken zu bewegen. “Es geht darum, die Sanktionen auszuweiten. Aus unserer Sicht muss ein siebtes Sanktionspaket so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden. Wir müssen den Druck aufrechterhalten”, sagte der Sprecher des polnischen Außenministeriums, Lukasz Jasina, der “Welt am Sonntag” vor dem Treffen der EU-Außenminister am Montag in Luxemburg. “Wir gehen damit voran, wir genießen die Unterstützung unserer baltischen Partner und hoffen, dass auch die übrigen Europäer härteren Sanktionen gegen Russland zustimmen werden.”

Rumänien ächzt unter Getreidetransporten

2.55 Uhr: Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat das benachbarte EU-Land Rumänien mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, als Ausweichroute für den Export von ukrainischem Getreide zu dienen. Wegen der mangelhaften Transport-Infrastruktur hat Rumäniens Staatspräsident Klaus Iohannis jüngst dieses Problem als “logistische Herausforderung von epischem Ausmaß” bezeichnet. Florin Goidea, Generaldirektor des größten rumänischen Schwarzmeer-Hafen Constanta, sah im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur keine schnelle Lösung. Mühsam sind schon allein die Transportwege aus der Ukraine bis nach Constanta. “Mehr als 80 Prozent des ankommenden ukrainischen Getreides erreicht unseren Hafen auf kleinen Frachtschiffen über die Donau”, sagt Goidea.

Barley warnt vor überstürzten EU-Aufnahme der Ukraine

2.30 Uhr: Die Vizepräsidentin des Europaparlaments, Katarina Barley (SPD), hat vor einer unüberlegten Aufnahme der Ukraine in die Europäische Union gewarnt. “Überstürzte Beitritte darf es nicht geben”, sagte Barley der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Samstag). “Wer einmal in der EU ist, kann nicht ausgeschlossen werden.” Es sei daher “umso wichtiger”, dass die Beitrittskriterien von Kiew “voll und ganz erfüllt werden”.

Als Negativbeispiel nannte Barley das 2004 der EU beigetretene Ungarn, das die Rechtsstaatlichkeit “systematisch” aushöhle.

Offenbar Probleme bei US-Drohnenlieferungen an Ukraine

1.15 Uhr: Der Plan der US-Regierung, vier waffentaugliche Drohnen an die Ukraine zu verkaufen, ist Insidern zufolge erst einmal gestoppt. Man befürchtet, dass die hochentwickelte Überwachungsausrüstung in feindliche Hände fallen könnte, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufng auf Quellen in der US-Regierung.

“Technologische Sicherheitsüberprüfungen sind ein Standardverfahren für den Transfer von US-Verteidigungsartikeln an alle internationalen Partner. Durch den etablierten Prozess werden nationale Sicherheitsbedenken an die zuständige Genehmigungsbehörde weitergeleitet”, sagt Pentagon-Sprecherin Sue Gough. Die Entscheidung, ob das Geschäft fortgesetzt werden soll oder nicht, wird nun auf höherer Ebene im Pentagon geprüft. Der Zeitpunkt einer Entscheidung ist ungewiss, sagte der Nachrichtenagentur ein US-Beamter unter der Bedingung der Anonymität.

Eine Drohne der US-Armee (Archivbild): Offenbar gibt es Sicherheitsbedenken bei Lieferungen an die Ukraine.Eine Drohne der US-Armee (Archivbild): Offenbar gibt es Sicherheitsbedenken bei Lieferungen an die Ukraine.
Eine Drohne der US-Armee (Archivbild): Offenbar gibt es Sicherheitsbedenken bei Lieferungen an die Ukraine. (Quelle: Stocktrek Images/imago-images-bilder)

Regionalchef fordert Bewohner von Cherson zur Evakuierung auf

1.10 Uhr: Der Chef der Regionalverwaltung, Alexander Samoilenko, fordert Bewohner von Cherson auf, das Gebiet zu verlassen, berichtet die Nachrichtenseite Ukrinform. Damit wolle er dem ukrainischen Militär mehr Raum für Offensiven geben. Er wolle eine komplette Zerstörung der Stadt durch russische Angriffe wie in Mariupol vermeiden, sagte er in einem Interview. Derzeit könne man nur in die von Russland besetzte Krim gelangen.

“Wenn jemand sein Leben uns seine Familie retten kann, soll er gehen”. Schwierig sei die Flucht für Offizielle – russische Soldaten durchsuchen offenbar alle Flüchtlinge. Er berichtete auch über Minen in der Region, die die russischen Angreifer offenbar haben umgehen können. “Etwa 3.000 Minen liegen da”

Bericht: Deutscher Luftwaffeninspekteur mahnt Atomschläge an

0.20 Uhr: Der Inspekteur der Luftwaffe, General Ingo Gerhartz, mahnt einem Medienbericht zufolge die Nato-Staaten, im Ernstfall auch Atomwaffen einzusetzen. Wie “Bild” (Samstag) berichtet, sprach sich Gerhartz beim Kiel International Seapower Symposium dafür aus, den Einsatz von Nuklearwaffen nicht auszuschließen. “Für eine glaubhafte Abschreckung brauchen wir sowohl die Mittel als auch den politischen Willen, die nukleare Abschreckung nötigenfalls umzusetzen”, zitiert das Blatt den General.

Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe, bei einer Rede (Archivbild): In Kiel trat er bei einer Militärtagung ans Rednerpult.Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe, bei einer Rede (Archivbild): In Kiel trat er bei einer Militärtagung ans Rednerpult.
Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe, bei einer Rede (Archivbild): In Kiel trat er bei einer Militärtagung ans Rednerpult. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Ukraine-General: Große Verluste bei der Ausrüstung

0.10 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach Angaben eines ranghohen Generals seit Beginn des russischen Angriffskriegs hohe materielle Verluste erlitten. “Bis heute haben wir infolge aktiver Gefechte schätzungsweise 30 bis 40, manchmal bis zu 50 Prozent Verluste bei der Ausrüstung”, sagte der Brigadegeneral Wolodymyr Karpenko dem US-Magazin “National Defense”. “Schätzungsweise 1.300 Infanterie-Kampffahrzeuge, 400 Panzer und 700 Artilleriesysteme wurden verloren.”

Die Kämpfe in dem Krieg konzentrieren sich derzeit auf die ostukrainische Donbass-Region. Dramatisch ist die Lage vor allem in der strategisch wichtigen Stadt Sjewjerodonezk in der Region Luhansk, wo die russische Armee am Freitag erneut das Asot-Chemiewerk bombardierte. In dem Fabrikgelände befinden sich nach ukrainischen Angaben mehr als 560 Zivilisten, darunter 38 Kinder.

17. Juni

Selenskyj: Ukraine-Beitritt ein Gewinn für die EU

23.55 Uhr: Ein Beitritt der Ukraine wäre nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Gewinn für die Europäische Union. “Unsere Annäherung an die Europäische Union ist nicht nur für uns positiv”, sagte er in seiner Videoansprache vom Freitagabend in Kiew. “Das ist der größte Beitrag zur Zukunft Europas seit vielen Jahren.” Nur mit der Ukraine werde die EU in Zukunft ihre Macht, Selbstständigkeit und Entwicklung sichern können, sagte er.

Ukrainische Truppen erobern angeblich Dorf im Osten zurück

21.52 Uhr: Ukrainische Truppen haben nach Angaben ihrer Militärführung ein Dorf im umkämpften Osten des Landes von russischen Truppen zurückerobert. Der Generalstab nannte am Freitagabend das Dorf Dmytriwka bei Isjum im Gebiet Charkiw. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar.

Zunächst hatte der Vorstoß über die Stadt Isjum hinaus die russischen Angreifer bis weit in den Rückraum der ukrainischen Verteidiger des Donbass geführt. Westliche Quellen wie das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) verzeichneten aber am Donnerstag für die Region Isjum erfolgreiche ukrainische Gegenangriffe.

In der östlichsten Stadt der Frontlinie, Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk, war den ukrainischen Angaben nach weiter jede Straße umkämpft. Die Stadt und ihre Umgebung liege unter schwerem Artilleriefeuer. In Bunkern unter dem Chemiewerk Azot in Sjewjerodonezk sollen sich Berichten zufolge noch mehrere Hundert Zivilisten aufhalten.

Beschädigte Gebäude in Isjum (Archiv): Ein Dorf in der Nähe wurde nach Angaben der Ukraine zurückerobert.Beschädigte Gebäude in Isjum (Archiv): Ein Dorf in der Nähe wurde nach Angaben der Ukraine zurückerobert.
Beschädigte Gebäude in Isjum (Archiv): Ein Dorf in der Nähe wurde nach Angaben der Ukraine zurückerobert. (Quelle: RIA/imago-images-bilder)

Merz über Scholz’ Kiew-Reise: Keine Waffen und zu wenig Konkretes

19.41 Uhr: Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hat Bundeskanzler Olaf Scholz vorgeworfen, der Ukraine bei seinem Besuch in Kiew zu wenig konkrete Zusagen gemacht zu haben: nicht mehr Waffen und keine Unterstützung für einen Sieg des Landes. “Es macht keinen Sinn, einem Land wie der Ukraine den Beitrittsstatus und den Kandidatenstatus (für die EU) zu geben, wenn das Land als Ganzes in seiner Existenz gefährdet ist”, sagte Merz dem Fernsehsender Welt. Lesen Sie hier mehr dazu.

Scholz: Waffenlieferungen an die Ukraine kommen rechtzeitig an

19.31 Uhr: Die von Deutschland zugesagten Lieferungen schwerer Waffen an die Ukraine werden nach Worten von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) rechtzeitig eintreffen, um das angegriffene Land im Kampf um den Donbass zu unterstützen. “Sie werden rechtzeitig ankommen”, sagte Scholz am Freitag in einem auf Englisch geführten TV-Interview der Deutschen Presse-Agentur auf eine entsprechende Frage.

Die Industrie arbeite daran, dass die Waffen geliefert werden könnten. Es sei aber essenziell, dass ukrainische Soldaten an den modernen Systemen trainiert würden, so Scholz. “Ohne das Training kann man die Waffen nicht benutzen.”

Russische Medien: US-Bürger in Kämpfen gefangengenommen

19.30 Uhr: Nach Angaben russischer Medien sind zwei US-Bürger im Kampf für die Ukraine gefangengenommen worden. Die Zeitung “Iswestija” veröffentlicht ein Video, das einen 27-Jährigen aus Hartselle in Alabama zeigen soll. Der Sender RT veröffentlicht ein Bild, das einen 39-Jährigen aus Tuscaloosa im selben Bundesstaat zeigen soll.

Scholz: “Es ist absolut notwendig, mit Putin zu sprechen”

19.13 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat direkte Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verteidigt und weitere angekündigt. “Es ist absolut notwendig, mit Putin zu sprechen”, sagte Scholz am Freitag in einem auf Englisch geführten TV-Interview der Deutschen Presse-Agentur. “Ich werde dies auch weiterhin tun, ebenso wie der französische Präsident.” Es sei notwendig, dass einige Länder und einige Führungspersönlichkeiten mit Putin sprechen.

Es sei auch nötig, dass diese Gespräche mit dem russischen Präsidenten klar seien. “Ich sage zum Beispiel dieselben Dinge, die ich Ihnen sage”, sagte Scholz an die Reporterin, mit Blick auf Putin: “Verstehen Sie bitte, dass es keinen Diktatfrieden geben wird. Und wenn Sie glauben, Sie könnten Land rauben und dann hoffen, dass sich die Zeiten ändern und Dinge wieder normal werden, dann ist es ein Irrtum.” Er fordere Putin auch auf, seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen und eine Vereinbarung mit der Ukraine zu erzielen, die akzeptabel und richtig für die Ukraine sei, sagte Scholz.

Der Kanzler hatte nach Kriegsbeginn mehrmals mit Putin telefoniert, nach Bekanntwerden der Massaker an Zivilisten in der Ukraine aber eine mehrwöchige Pause eingelegt. Auch Macron hat mehrfach mit Putin telefoniert. Am Donnerstag hatte Macron in einem Interview auch erklärt, dass er unter Bedingungen zu einem Treffen mit Putin in Moskau bereit sei: “Ich denke, dass eine Reise nach Russland heute Vorbedingungen voraussetzt, das heißt Gesten von Präsident Putin, ich werde dort nicht einfach so hinfahren.”

Olaf Scholz (Archiv): Er sage dem russischen Präsidenten "dieselben Dinge, die ich Ihnen sage".Olaf Scholz (Archiv): Er sage dem russischen Präsidenten "dieselben Dinge, die ich Ihnen sage".
Olaf Scholz (Archiv): Er sage dem russischen Präsidenten “dieselben Dinge, die ich Ihnen sage”. (Quelle: Jochen Eckel/imago-images-bilder)

Putin: Haben nichts gegen einen EU-Beitritt der Ukraine

18.36 Uhr: Russland hat nach Aussage von Präsident Wladimir Putin keine Einwände gegen einen EU–Beitritt der Ukraine. “Wir haben nichts dagegen”, sagt er auf einem Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Die EU sei keine militärische Organisation. “Jedes Land hat das Recht, Wirtschaftsgemeinschaften beizutreten.” Mehr zu Putins Rede lesen Sie hier.

Nach Gefangennahmen: Biden warnt vor Reisen in die Ukraine

18.19 Uhr: Nach der möglichen Gefangennahme von mindestens zwei freiwilligen US-Kämpfern durch die russische Armee in der Ukraine hat Präsident Joe Biden eindringlich davor gewarnt, in das Kriegsland zu reisen. “Amerikaner sollten nicht in die Ukraine gehen”, sagte Biden am Freitag in Washington. Er sei über die in der Ukraine vermissten US-Bürger “unterrichtet” worden, wisse aber nicht, wo sie sich befänden.

Berichten zufolge waren in der vergangenen Woche zwei als freiwillige Kämpfer in die Ukraine gereiste US-Bürger in russische Gefangenschaft geraten. Nach Angaben ihrer Familien sowie von Parlamentariern waren die US-Veteranen Alexander Drueke und Andy Huynh zuletzt an Gefechten nördlich der ukrainischen Stadt Charkiw beteiligt. Inzwischen gilt auch ein dritter US-Bürger vermisst.

Die Biden-Regierung hat US-Bürger bereits wiederholt aufgerufen, nicht als freiwillige Kämpfer in die Ukraine zu reisen. “Wenn Sie die Ukraine unterstützen wollen, können Sie das auf viele andere Arten tun”, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses am Mittwoch.

Merkel über Putin: “Versuche haben nichts mehr bewirkt”

18.10 Uhr: Die ehemalige Bundeskanzlerin meldet sich zu Wort: In einem Interview spricht sie auch über den russischen Angriffskrieg. Langfristig schließt sie eine Vermittlerrolle nicht aus, doch die Frage stelle sich “derzeit” nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ehemalige Kanzlerin Angela Merkel (Archiv): Hat Putin bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Amt gewartet?Ehemalige Kanzlerin Angela Merkel (Archiv): Hat Putin bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Amt gewartet?
Ehemalige Kanzlerin Angela Merkel (Archiv): Hat Putin bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Amt gewartet? (Quelle: Belga/imago-images-bilder)

Überraschungsbesuch: Britischer Premier Johnson in Kiew

18.05 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hält sich derzeit in Kiew auf, teilt sein Sprecher mit. Selenskyj erklärt, er freue sich, den “großen Freund der Ukraine” wieder in Kiew zu sehen.

Bei seinem Besuch sagt Johnson Selenskyj langfristige Hilfe zu. Man werde der Ukraine die notwendige “strategische Ausdauer” verschaffen, sagt der britische Premier in Kiew. Zudem werde man zusammenarbeiten, um das ukrainische Getreide frei zu bekommen, das vom russischen Präsidenten Wladimir Putin “als Geisel” gehalten werde.

Nach Angaben der britischen Regierung bat er Selenskyj außerdem ein “großes Ausbildungsprogramm für die ukrainischen Streitkräfte” an, das die Wende im Krieg gegen Russland bringen könne. Britische Kräfte könnten demnach “alle 120 Tage bis zu 10.000 (ukrainische) Soldaten ausbilden”.

Moskau: Bislang 2.000 ausländische Kämpfer getötet

15.55 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben in der Ukraine nach Moskauer Angaben bislang knapp 2.000 ausländische Kämpfer getötet. “Unsere Listen, Stand 17. Juni, umfassen Söldner und Waffenspezialisten aus insgesamt 64 Ländern”, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitag. “Seit Beginn der militärischen Sonderoperation sind 6.956 in der Ukraine eingetroffen, 1.956 wurden bereits eliminiert, 1.779 sind wieder abgereist.”

Das Ministerium veröffentlichte eine Liste mit der Zahl der angeblich in der Ukraine kämpfenden Ausländer, geordnet nach Nationalität. Demnach kommen die meisten von ihnen aus Polen, gefolgt von Rumänien und Großbritannien.

Seit dem Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine am 24. Februar sind tausende ausländische Freiwillige vor allem aus Europa in die Ukraine gereist, um die Kiewer Streitkräfte zu unterstützen. Russland bezeichnet diese Kämpfer abwertend als “Söldner”, was impliziert, dass es ihnen vor allem ums Geld gehe.

Putin in Rede: “Blitzkrieg” gegen russische Wirtschaft ist gescheitert

15.35 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hält die Wirtschaft seines Landes trotz der westlichen Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs für robust. Der wirtschaftliche “Blitzkrieg” gegen Russland habe keine Chance auf Erfolg. Mehr dazu lesen Sie hier.

Putin bei seiner Rede beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg: Der russische Präsident nutzte die Bühne, um den Westen verbal anzugreifen.Putin bei seiner Rede beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg: Der russische Präsident nutzte die Bühne, um den Westen verbal anzugreifen.
Putin bei seiner Rede beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg: Der russische Präsident nutzte die Bühne, um den Westen verbal anzugreifen. (Quelle: Maxim Shemetov/Reuters-bilder)

Russisches Kriegsschiff dringt zweimal in dänische Gewässer ein

15.23 Uhr: Ein russisches Kriegsschiff ist in der Nähe der Ostsee-Insel Bornholm in dänische Gewässer eingedrungen. Die Korvette sei in der Nacht zum Freitag nördlich der Insel Christiansø bei Bornholm gleich zweimal in Hoheitsgewässer des Landes hineingefahren, teilte das dänische Verteidigungskommando mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

Moskau kritisiert EU-Beitrittsperspektive für Ukraine als “Manipulation”

15.18 Uhr: Die russische Regierung hat der EU vorgeworfen, die Ukraine mit ihrem Angebot einer Beitrittsperspektive zu “manipulieren”. “Wir sehen, wie die westliche Gemeinschaft seit vielen Jahren diese Geschichte von einer Einbindung der Ukraine in ihre Integrationsstrukturen manipuliert”, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Freitag in Moskau laut russischen Nachrichtenagenturen. Der Ukraine gehe es jedoch “immer schlechter”.

In der EU werde die Ukraine “keine strahlende Zukunft” haben, sagte Sacharowa weiter. Die europäischen Zusicherungen an die Ukraine seien eine “verlogene Botschaft, die in der Praxis nichts Gutes bringt”.

Gazprom drosselt Gaslieferungen für die Slowakei

14.58 Uhr: Der russische Energiekonzern Gazprom hat auch der Slowakei die Gaslieferungen stark gedrosselt. Das bestätigte der teilstaatliche slowakische Gasversorger SPP am Freitag der Nachrichtenagentur TASR. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ein Gazprom-Mitarbeiter in Russland (Symbolbild): Der Konzern hat seine Lieferungen an mehrere europäische Länder eingeschränkt.Ein Gazprom-Mitarbeiter in Russland (Symbolbild): Der Konzern hat seine Lieferungen an mehrere europäische Länder eingeschränkt.
Ein Gazprom-Mitarbeiter in Russland (Symbolbild): Der Konzern hat seine Lieferungen an mehrere europäische Länder eingeschränkt. (Quelle: Kirill Kukhmar/TASS/imago-images-bilder)

Gouverneur: Viele Tote bei Angriffen auf Lysytschansk

14.43 Uhr: Bei schweren Bombardierungen der Stadt Lysytschansk sind nach Angaben des Gouverneurs der ostukrainischen Region Luhansk, Serhij Hajdaj, viele Menschen getötet worden. Die Zwillingsstadt Sjewjerodonezk auf der anderen Seite des Flusses Siwerskyj Donez sei nicht vollständig von Russen erobert worden. Es werde weiter in der Stadt gekämpft.

Kreml: Putins Auftritt verzögert sich wegen Hackerangriff

13.40 Uhr: Wegen eines Hackerangriffs auf das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg verzögert sich nach Angaben des Kremls die geplante Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Es habe eine Attacke auf das Einlasssystem gegeben, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag. Die für 13 Uhr MESZ geplante Rede wurde demnach um eine Stunde nach hinten verlegt.

Der Auftritt Putins vor internationalem Publikum ist jedes Jahr der Höhepunkt des Wirtschaftstreffens, das in diesem Jahr den 25. Jahrestag begeht. Der Kreml hatte zuvor eine richtungsweisende Rede des Präsidenten angekündigt.

Gäste müssen für den Zugang zum Gelände des Forums, das wie eine große Wirtschaftsmesse organisiert ist und Hunderte Diskussionsrunden und andere Veranstaltungen bietet, einen speziellen Delegiertenpass haben. Nur wenn das Sicherheitssystem mit Computern und Bildschirmen funktioniert, werden die Gäste durchgelassen. Auf dieses System hat es laut Kreml nun einen Angriff von Hackern gegeben.

Wladimir Putin: Der Kremlchef soll auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg sprechen.Wladimir Putin: Der Kremlchef soll auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg sprechen.
Wladimir Putin: Der Kremlchef soll auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg sprechen. (Quelle: Itar-Tass/imago-images-bilder)

Selenskyj kündigt Visumspflicht für russische Staatsbürger an

13.38 Uhr: Die Ukraine wird wegen Russlands Angriffskrieg eine Visumspflicht für russische Staatsbürger einführen. Die Regelung trete am 1. Juli in Kraft, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag im Onlinedienst Telegram. Die Ukraine müsse “den beispiellosen Bedrohungen ihrer nationalen Sicherheit, Souveränität und territorialen Integrität” entgegenwirken. Die Regierung soll demnach im Laufe des Tages einen entsprechenden formellen Beschluss fassen.

Gouverneur: Evakuierung aus Chemiewerk derzeit “unmöglich und gefährlich”

12.47 Uhr: Die Evakuierung des Asot-Chemiewerks in Sjewjerodonezk ist nach Angaben des ukrainischen Regionalgouverneurs Serhij Hajdaj erst nach einer “vollständigen Waffenruhe” möglich. Derzeit sei es wegen des fortwährenden Beschusses und der Kämpfe “unmöglich und gefährlich”, das Werk zu verlassen, erklärte Hajdaj am Freitag in Onlinenetzwerken. Laut Hajdaj haben 568 Menschen in der Fabrik Zuflucht gesucht, darunter 38 Kinder.

Russland hatte der Ukraine am Mittwoch vorgeworfen, die Evakuierung von Zivilisten aus der Chemiefabrik verhindert zu haben. Moskau habe einen Korridor geschaffen, um Zivilisten aus der Asot-Fabrik in Sicherheit zu bringen. Die ukrainischen Kräfte hätten die Feuerpause aber “mehrfach” gebrochen, hieß es.

Sjewjerodonezk ist die größte Stadt in der Region Luhansk, die sich noch unter ukrainischer Kontrolle befindet. Sie wird seit Wochen von russischen Truppen bombardiert. Laut Hajdaj sind noch rund 10.000 Zivilisten in der Stadt, die zum Großteil von russischen Einheiten kontrolliert wird.

Russland schaut auf möglichen EU-Beitritt der Ukraine

12.37 Uhr: Die Bemühungen der Ukraine um einen Beitritt zur EU werden von der russischen Führung nach eigenen Angaben genau beobachtet. Das Thema “bedarf unserer erhöhten Aufmerksamkeit, weil wir uns alle der Intensivierung der Diskussionen in Europa über die Stärkung der Verteidigungskomponente in der EU bewusst sind”, sagt der russische Präsidialamtssprecher, Dmitri Peskow, vor der Presse.

Die Ukraine ist nach Angaben des Präsidialamtes in Kiew dankbar für den Vorschlag der EU-Kommission, ihr den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. Nun werde erwartet, dass die EU-Staats- und Regierungschefs dem zustimmen, erklärt das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Kommission empfiehlt Status der Ukraine als EU-Beitrittskandidat

12.08 Uhr: Die EU-Kommission plädiert nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dafür, der Ukraine den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission: Sie will den Aufnahmeprozess an Bedingungen knüpfen.Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission: Sie will den Aufnahmeprozess an Bedingungen knüpfen.
Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission: Sie will den Aufnahmeprozess an Bedingungen knüpfen. (Quelle: Yves Herman/Reuters-bilder)

Kommt der ukrainische EU-Beitritt? An einem Knackpunkt kann alles scheitern

12.04 Uhr: Selenskyj will in die EU, unbedingt und möglichst schnell. Doch die Staats- und Regierungschefs bremsen: Der Prozess ist langwierig und kompliziert. Dennoch steht ein wichtiger Etappensieg an – wenn alles glattgeht. Hier lesen Sie mehr.

Nahaufnahmen zeigen erbitterten Häuserkampf

12.02 Uhr: Seit Wochen ist die Stadt Sjewjerodonezk Schauplatz schwerer Gefechte. Aufnahmen von vor Ort zeigen nun, wie erbittert die Ukrainer ihr Land verteidigen.

(Quelle: t-online – Social – Reuters)

Frankreich erhält kein russisches Gas mehr über Pipelines

11.42 Uhr: Lieferstopp für Frankreich: Aufgrund der Unterbrechung und Drosselungen erreicht Frankreich über Pipelines kein Gas mehr aus Russland. Auch Italien erhält noch weniger Gas als vereinbart. Hier lesen Sie mehr.

Ukraine trifft wohl russisches Marineschiff mit Raketen

9.37 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Behördenangaben einen Schlepper der russischen Marine im Schwarzen Meer mit Raketen getroffen. Das Schiff “Wassili Beg” sei mit Soldaten, Waffen und Munition auf dem Weg zu der von Russland besetzten Schlangeninsel südlich der Region Odessa gewesen, teilt Regionalgouverneur Maxym Martschenko mit. Überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht. Auch ob das Schiff gesunken ist, war zunächst unklar.

Chemiefabrik in Sjewjerodonezk wohl komplett zerstört

9 Uhr: Die Chemiefabrik Azot im schwer umkämpften Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk ist nach ukrainischen Angaben durch den russischen Artillerie- und Raketenbeschuss fast vollständig zerstört. Zuletzt seien durch den Beschuss ein Gebäude und das Pförtnerhaus zerstört worden. “Es gibt insgesamt auf dem Territorium des Chemiegiganten keine erhalten gebliebenen Verwaltungsgebäude mehr”, schrieb der Militärgouverneur der ostukrainischen Region Luhansk, Serhij Hajdaj, auf seinem Telegram-Kanal. Die Kämpfe um die Stadt würden aber weiter gehen.

Ähnlich Aussagen machte der Generalstab in seinem Lagebericht: “Die Kämpfe um die völlige Kontrolle über Sjewjerodonezk halten an”, heißt es da. Der Gegner verlege weitere Raketenartillerie in das Gebiet. Generalstab und Hajdaj meldeten übereinstimmend die Abwehr eines Bodenangriffs auf den Sjewjerodonezker Vorort Solote.

Die russischen Truppen haben inzwischen alle Wohnviertel in Sjewjerodonezk eingenommen, die ukrainischen Verteidiger haben sich in der Industriezone rund um das Chemiewerk verschanzt. Evakuierungsversuche von Zivilisten, die ebenfalls in der Anlage ausharren sollen, sind bislang gescheitert.

Österreichs Außenminister über EU-Gipfel: “Nicht kleckern, sondern klotzen”

8.55 Uhr: Der österreichische Außenminister Andreas Schallenberg hat im Konflikt mit Russland vor einer einseitigen Fokussierung auf die Ukraine gewarnt. “Man muss der Ukraine signalisieren: Sie sind Teil Europas, sie müssen in der europäischen Familie verankert werden. Aber wir dürfen bitte nicht in einen geostrategischen Tunnelblick verfallen”, sagte der Politiker der Österreichischen Volkspartei im Deutschlandfunk. Die EU-Kommission will an diesem Freitag eine Empfehlung abgeben, ob die Ukraine nach dem russischen Überfall den Status eines Beitrittskandidaten bekommt. Nächste Woche beraten darüber die Staats- und Regierungschefs der EU.

Schallenberg forderte die anderen EU-Länder auf, beim Gipfel dann auch an Länder wie Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und Albanien klare Signale zu senden. “Wir sollten geostrategisch bei diesem Gipfel, der kommt, nicht kleckern, sondern klotzen, die Verantwortung wahrnehmen und zur Kenntnis nehmen, dass Russland leider Gottes Potenzial zur Destabilisierung hat – nicht nur im Osten Europas, sondern auch im Südosten.” Albanien und Nordmazedonien sind bereits Beitrittskandidaten. Auch Bosnien-Herzegowina strebt in die EU, hat den Kandidaten-Status aber noch nicht.

Lawrow: “Aufnahme der Ukraine in die Nato ist ein krimineller Akt”

8.40 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat seit Beginn der Invasion in die Ukraine nur selten mit westlichen Medien gesprochen. Nun gab er der britischen BBC jedoch ein Interview – und verbreitete erneut unwahre Aussagen. “Wir sind nicht in die Ukraine einmarschiert”, sagte Lawrow. “Wir haben eine spezielle Militäroperation ausgerufen, weil wir keine andere Möglichkeit hatten, dem Westen zu erklären, dass die Aufnahme der Ukraine in die Nato ein krimineller Akt ist.”

Die russische Regierung nennt den Krieg lediglich eine “militärische Spezialoperation” und wiederholt immer wieder, sich zu dem Angriff gezwungen gesehen zu haben – “zum Schutz unserer Leute vor einem Genozid und auch zur Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine”. Für die Behauptungen gibt es allerdings keine Belege.

Die Ukraine strebt bereits seit mehreren Jahren einen Nato-Beitritt an. Russland hatte vor Beginn des Angriffskrieges schriftliche Garantien von der Nato gefordert, dass sie das Land nicht in ihr Militärbündnis aufnimmt. Diese Forderung wurde jedoch abgelehnt.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow leugnet den Einmarsch in die Ukraine.Der russische Außenminister Sergej Lawrow leugnet den Einmarsch in die Ukraine.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow leugnet den Einmarsch in die Ukraine. (Quelle: Itar-Tass/imago-images-bilder)

Nach Ukraine-Besuch: Kanzler Scholz wieder in Polen angekommen

8.36 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat seinen Aufenthalt in der von Russland angegriffenen Ukraine beendet. Der SPD-Politiker traf am Freitagmorgen mit einem Zug im polnischen Przemysl ein.

Die vier EU-Staats- und Regierungschefs versicherten der Ukraine ihre Solidarität und machten sich dafür stark, dem Land den EU-Beitrittskandidatenstatus zuzusprechen.

Scholz und Macron verabschieden sich in Polen.Scholz und Macron verabschieden sich in Polen.
Scholz und Macron verabschieden sich in Polen. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

Experte: “Russland hat Krieg strategisch verloren”

7.16 Uhr: Zehntausende russische Soldaten sollen im Angriffskrieg gegen die Ukraine bereits gestorben sein. Tag für Tag gibt es mehr Tote. Der britische Generalstabschef ist sich sicher: “Russland ist dabei zu scheitern.” Lesen Sie hier mehr dazu.

Überblick über die Nacht

Russische Einheiten in Sjewjerodonezk (Archivbild): In der Region Luhansk gibt es weiterhin schwere Kämpfe.Russische Einheiten in Sjewjerodonezk (Archivbild): In der Region Luhansk gibt es weiterhin schwere Kämpfe.
Russische Einheiten in Sjewjerodonezk (Archivbild): In der Region Luhansk gibt es weiterhin schwere Kämpfe. (Quelle: Alexander Reka/imago-images-bilder)

Putin sieht Russland auf Erfolgskurs

5.40 Uhr: Trotz beispielloser westlicher Sanktionen gegen Russland sieht Kremlchef Wladimir Putin die Rohstoffgroßmacht auf einem Erfolgskurs. Die 20er-Jahre sollten zu einer Zeit der “Festigung der wirtschaftlichen Souveränität für Russland” werden, schrieb Putin in einem Grußwort an die Teilnehmer des 25. St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums. An diesem Freitag will der russische Präsident dort erklären, wie es angesichts der Sanktionen, die der Westen wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine verhängt hat, weitergehen soll.

“Das Jubiläumstreffen läuft in einer nicht einfachen Zeit für die Weltgemeinschaft”, meinte Putin. Der Westen sieht den 69-Jährigen verantwortlich für zahlreiche Krisen sowie die hohen Preise für Energie und Lebensmittel. Der Kremlchef wies das zurück: “Jahrelange Fehler der westlichen Staaten in der Wirtschaftspolitik und die unrechtmäßigen Sanktionen haben zu einer Welle der globalen Inflation geführt, zur Zerstörung gewohnter Liefer- und Produktionsketten und zu einem starken Anstieg der Armut und zum Defizit bei Lebensmitteln.”

Wladimir Putin bei einer Rede in einer Fabrik (Archivbild): Der russische Präsident wirft dem Westen Fehler vor.Wladimir Putin bei einer Rede in einer Fabrik (Archivbild): Der russische Präsident wirft dem Westen Fehler vor.
Wladimir Putin bei einer Rede in einer Fabrik (Archivbild): Der russische Präsident wirft dem Westen Fehler vor. (Quelle: Evgeny Biyatov/Pool Sputnik Kremlin/dpa-bilder)

Ukrainischer General: Weniger Angriffe in der Nacht

4.45 Uhr: Ein hochrangiger General beim ukrainischen Militärkommando sieht eine neue Taktik bei russischen Angriffen. So würde es nach Angaben von Generalbrigadier Oleksiy Gromov in der Nacht weniger Aktivitäten geben – sowohl was Angriffe als auch was Truppenbewegungen betrifft. Zuvor hätten die Angreifer sich in Bataillonstärke formiert. Nun würden kleinere Platoon-Gruppen, begleitet von Panzern, beobachtet.

Russische Einheiten in Mariupol (Archivbild): Offenbar hat die Militärführung die Strategie verändert.Russische Einheiten in Mariupol (Archivbild): Offenbar hat die Militärführung die Strategie verändert.
Russische Einheiten in Mariupol (Archivbild): Offenbar hat die Militärführung die Strategie verändert. (Quelle: Konstantin Mihalchevskiy/imago-images-bilder)

Institut: Russland zieht sich bei Cherson zurück

4.15 Uhr: Russische Streitkräfte führten nach Angaben des US-Instituts für Kriegsstudien nordwestlich von Slowjansk erfolglose Offensivoperationen durch. Ukrainische Streitkräfte hätten Berichten zufolge die Vorbereitungen für Gegenoffensiven westlich von Isyum wieder aufgenommen. Slowjansk gilt als eine weitere Schlüsselstadt im Osten der Ukraine.

Russische und ukrainische Streitkräfte seien nahe Charkiw zusammengestoßen, ohne dass es nennenswerte Landgewinne gegeben habe. In Cherson hätten sich russische Truppen etwas zurückgezogen – wahrscheinlich in Erwartung ukrainischer Gegenoffensiven in der Region.

Scholz: Weg der Ukraine in EU wird lang – “Hier geht es um Hoffnung”

3.50 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Ukraine auf einen länger währenden Prozess bis zu einem EU-Beitritt eingestellt. Der Status eines Beitrittskandidaten bedeute, dass die Hoffnung auf dem Weg nach Europa für die Menschen der Ukraine konkret werde, sagte der SPD-Politiker im ZDF-“heute journal”. “Und das ist kein einfacher, sondern ein sehr voraussetzungsvoller Weg, der auch sehr lange Zeit in Anspruch nehmen kann”, machte Scholz deutlich. Hier lesen Sie mehr zu Scholz’ Fernsehauftritt am Donnerstagabend.

Donezk-Militär: Russische Truppen bekommen Hilfe aus Bevölkerung

3.30 Uhr: Nach Angaben der Nachrichtenplattform Ukrinform hat der Chef des Militärs in Donezk, Pavlo Kyrylenko, von Kollaborateuren gesprochen. Aus Reihen der Bevölkerung gebe es an die russischen Truppen Hinweise über mögliche Ziele. “Ich kann nicht verstehen, wie man zu Russland loyal sein kann”, sagte er. Der ukrainische Geheimdienst verfolge Verräter. Die Mehrheit der Bevölkerung in Donezk sehe auch ein, dass eine Evakuierung Menschenleben retten würde, so der Militärsprecher.

Ukraine: 26 russische Soldaten bei Angriff auf Lagerhaus getötet

3.10 Uhr: Das Kommando Ost der ukrainischen Streitkräfte berichtet auf Facebook von Kämpfen, bei denen 26 Soldaten getötet und mindestens eine Drohne und ein Transporter zerstört worden seien. Man habe auch ein Treibstoffdepot angegriffen.

Bericht: EU-Kommission für Kandidatenstatus von Ukraine und Moldau

3 Uhr: Die EU-Kommission wird sich aller Voraussicht nach für eine Vergabe des EU-Beitrittskandidatenstatus an die Ukraine und an Moldau aussprechen. Wie die Deutsche Presse-Agentur in der Nacht aus Kommissionskreisen erfuhr, soll an diesem Freitag bei einer Sitzung unter der Leitung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine entsprechende Empfehlung für die Regierungen der 27 EU-Mitgliedstaaten beschlossen werden. Lesen Sie hier mehr zum Thema.

Dritter Amerikaner in Ukraine vermisst

2.30 Uhr: Nach Angaben des Sprechers des Außenministeriums, Ned Price, wird ein weiterer US-Staatsbürger in der Ukraine vermisst. Der US-Sender CNN berichtet, dass es sich um einen ehemaligen Angehörigen der Eliteeinheit Marines handeln soll. Er soll im April in Cherson stationiert gewesen sein. Berichten zufolge waren in der vergangenen Woche zunächst zwei als freiwillige Kämpfer in die Ukraine gereiste US-Bürger in russische Gefangenschaft geraten.

Nach Angaben ihrer Familien sowie Kongress-Abgeordneten waren die früheren US-Soldaten Alexander Drueke und Andy Tai Huynh zuletzt an Gefechten nördlich der ukrainischen Stadt Charkiw beteiligt gewesen. Zur dritten Person machte Price keine weitere Angaben. Auf Telegram kursierte ein Foto, dass die beiden Männer in Gefangenschaft zeigen soll.

USA fordern von Russland Einhaltung von Genfer Konvention

1.55 Uhr: Die USA haben Russland dazu aufgerufen, ausländische Kämpfer in der ukrainischen Armee, die sich in der Gewalt der russischen Armee befinden, gemäß der Genfer Konventionen als Kriegsgefangene zu behandeln. Kriegsgefangene müssten “die Behandlung und den Schutz erfahren, die diesem Status angemessen sind, menschenwürdige Behandlung und Garantieren auf einen fairen Prozess eingeschlossen”, sagte US-Außenamtssprecher Ned Price am Donnerstag.

Kanada sucht nach Lösung für deutsche Gasturbine

1.10 Uhr: Kanada sucht gemeinsam mit Deutschland nach einer Lösung für eine dort gewartete Turbine vom Siemens Energy Konzern für die Nord Stream 1 Pipeline. “Die kanadische Regierung befindet sich in aktiven Gesprächen mit Deutschland über die fraglichen Turbinen, und wir arbeiten an einer Lösung”, sagt ein Sprecher des kanadischen Ministers für Naturressourcen in einer Erklärung.

Der Elektrotechnik-Konzern Siemens Energy kann in Kanada überholte Gasturbinen derzeit wegen der Russland-Sanktionen nicht an die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 liefern. Der russische Gazprom-Konzern hatte zuvor erklärt, Verzögerungen bei der Reparatur von Gas-Kompressoren durch Siemens beschränkten derzeit die Kapazität der Ostsee-Pipeline. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sieht hingegen politischen Druck seitens Russlands als Grund für die verringerten Gaslieferungen.

Klitschko froh über EU-Zusagen

1.05 Uhr: Der Kiewer Oberbürgermeister Vitali Klitschko hat die Zusagen von Bundeskanzler Olaf Scholz und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron begrüßt, sich für einen EU-Beitrittskandidatenstatus der Ukraine stark zu machen. “Das ist eine sehr, sehr gute Nachricht. Wir freuen uns riesig”, sagte Klitschko am Donnerstagabend der Deutschen Presse-Agentur in Kiew. Es sei ein Traum der Ukraine, ein Teil der europäischen Familie zu sein. Dafür zahle die Ukraine mit dem Leben von Menschen. “Wir kämpfen für Freiheit, wir kämpfen für die demokratischen Werte, für die Zukunft unserer Kinder”, sagte der Oberbürgermeister.

Slowenien: Haben unsere Möglichkeiten ausgeschöpft

1 Uhr: Slowenien hat nach Angaben der Nachrichtenseite RTV der Ukraine 35 Transportfahrzeuge sowie Waffen, Munition und Ausrüstung geliefert. “Wir haben unser Arsenal ausgeschöpft”, wird Verteidigungsminister Marjan Šarec zitiert. Man könne aber ukrainische Soldaten weiter ausbilden, zum Beispiel beim Minenräumen.

Melnyk erwartet von Scholz Überzeugungsarbeit für EU-Beitritt

23.30 Uhr: Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, erwartet von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Überzeugungsarbeit in der EU für einen Kandidatenstatus des Landes. Die Ukraine hoffe, dass der Kanzler dafür sorge, dass die notwendige Einstimmigkeit beim EU-Gipfel erreicht werde, sagte Melnyk am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung “Maybrit Illner”. “Da sind wir noch nicht über den Berg”, fügte der Diplomat hinzu. Hier lesen Sie mehr.

Ukraine nennt russische Krim-Brücke “Ziel Nummer 1”

22.16 Uhr: In ihrem Abwehrkampf gegen Russland sieht die Ukraine auch die wichtige russische Brücke auf die Halbinsel Krim als militärisches Ziel. Als eine Art Drohgebärde veröffentlichte der ukrainische Militärgeheimdienst eine angebliche offizielle russische Baubeschreibung der Brücke mit Details der Konstruktion. Die Echtheit des knapp 300 Seiten langen Dokuments war nicht sofort zu überprüfen.

Tags zuvor hatte der ukrainische General Dmytro Martschenko gesagt, wenn die Ukraine die dafür notwendigen Waffen erhalte, sei die Zerstörung der Brücke “Ziel Nr. 1”. Schließlich rolle der russische Nachschub über die Brücke auf die Krim und von dort weiter in den Süden der Ukraine. Die mit Milliardenaufwand gebaute, 18 Kilometer Brücke über die Meerenge von Kertsch verbindet seit 2018 das russische Festland und die vier Jahre zuvor annektierte Halbinsel.

Truppentransporte von der Krim nach Russland (Archivfoto, 16. Februar): Die Ukraine sieht die Brücke offenbar als militärisches Ziel.Truppentransporte von der Krim nach Russland (Archivfoto, 16. Februar): Die Ukraine sieht die Brücke offenbar als militärisches Ziel.
Truppentransporte von der Krim nach Russland (Archivfoto, 16. Februar): Die Ukraine sieht die Brücke offenbar als militärisches Ziel. (Quelle: ITAR-TASS/imago-images-bilder)

Macron bei Gesten von Putin zu Reise nach Russland bereit

22.11 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist unter Bedingungen zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau bereit. “Ich denke, dass eine Reise nach Russland heute Vorbedingungen voraussetzt, das heißt Gesten von Präsident Putin, ich werde dort nicht einfach so hinfahren”, sagte Macron dem Sender TF1 in Kiew.

Weiterhin werde er mit Putin über humanitäre Angelegenheiten, den Schutz von Gefangenen oder die Nahrungsmittelsicherheit sprechen, um eine Lösung zu finden, so Macron. “Und so schließe ich nichts aus, aber ich werde dies immer in Transparenz mit dem ukrainischen Präsidenten tun und wann immer es sinnvoll ist.”

Ukrainischer Außenminister: Worten müssen Taten folgen

21.53 Uhr: Nach dem Besuch von Kanzler Olaf Scholz in Kiew fordert der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba das Zugesagte umzusetzen. In den kommenden Wochen werde man erleben, “wie stark sich Deutschland tatsächlich engagiert”, sagt er der ARD laut redaktioneller Fassung. Auf die Frage, ob das Vertrauen zwischen Deutschland und der Ukraine wiederhergestellt sei, sagt Kuleba demnach, den “Worten, die uns heute entgegenschlugen, müssen Taten folgen. Wir hoffen, dass das auch passiert.”

Dmytro Kuleba, Aussenminister der Ukraine: In den kommenden Wochen werde man erleben, "wie stark sich Deutschland tatsächlich engagiert".Dmytro Kuleba, Aussenminister der Ukraine: In den kommenden Wochen werde man erleben, "wie stark sich Deutschland tatsächlich engagiert".
Dmytro Kuleba, Aussenminister der Ukraine: In den kommenden Wochen werde man erleben, “wie stark sich Deutschland tatsächlich engagiert”. (Quelle: Janine Schmitz/photothek.de/imago-images-bilder)

Ukrainische Truppen im Osten weiter unter schwerem Feuer

21.02 Uhr: Die ukrainischen Truppen im Osten des Landes liegen nach Angaben ihres Generalstabs weiter unter schwerem russischem Feuer mit Artillerie und Mehrfachraketenwerfern. In seinem Bericht für Donnerstagabend nannte das Militär die seit Tagen umkämpften Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk und deren Umgebung. An zwei anderen Stellen der Front sei es dagegen gelungen, ein Vorrücken des Feindes abzuwehren.

Die Angaben waren zunächst nicht überprüfbar. Mit der Eroberung von Sjewjerodonezk und Lyssytschansk würde Russland das gesamte ukrainische Gebiet Luhansk unter Kontrolle bringen. Dies ist eins der russischen Kriegsziele.

Scholz weist Melnyk-Forderungen nach Panzern zurück

20.50 Uhr: Kanzler Olaf Scholz hat Forderungen des ukrainischen Botschafters in Deutschland nach Panzerlieferungen zurückgewiesen. Nach Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew sagt Scholz in der ARD, dass dies gar nicht das sei, was die Führung in Kiew gerade wolle. Der Wunsch des Präsidenten sei vielmehr mehr Artillerie für die Kämpfe im Osten des Landes gewesen und genau diese liefere Deutschland. Botschafter Andrej Melnyk hatte dagegen die Lieferung von 88 Leopard-1-Kampfpanzer und 100 Marder-Schützenpanzer gefordert.

Scholz wies zudem Vermutungen zurück, westliche Staaten könnten die ukrainische Führung zu einem Friedensschluss mit Russland drängen. Die westlichen Sanktionen gegen Russland würden nicht aufgehoben, bevor es nicht zu einer fairen Vereinbarung Russlands mit der Ukraine komme. Nur die Ukraine selbst könne entscheiden, was aus ihrer Sicht fair sei. “Das wird niemand in Europa ihnen vorschreiben können und wollen”, fügt Scholz hinzu.

Insider: Macron ruft Nexter zu Geschütz-Herstellung auf

20.19 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einem Insider zufolge den Rüstungskonzern Nexter aufgefordert, die Produktion von Geschützen anzukurbeln. Macron habe vor seinem Besuch in Kiew das Unternehmen gebeten, die Weichen zu stellen für eine Produktion von “Caesar”–Geschützen im “Kriegsmodus”, wie eine Person aus dem Umfeld des Verteidigungsministeriums sagt. Diese sollten für die französische Armee gebaut worden.

Macron sagte der Ukraine in Kiew zu, sechs weitere der Waffensysteme aus französischen Beständen zu übergeben zusätzlich zu zwölf bereits gelieferten. Die französische Armee verfügt insgesamt über weniger als 80 der Artillerie–Waffen.

Russische Truppen rücken vor: “Sie schicken ihre Leute in den Tod”

20.03 Uhr: Im Donbass liefern sich ukrainische und russische Truppen schwere Kämpfe. Russland rückt langsam, aber stetig weiter vor. Ukrainische Soldaten haben eine düstere Vermutung – und ein klares Ziel. Mehr dazu sehen Sie hier im Video.

Russische Schiffe bringen ukrainisches Getreide nach Syrien

19.28 Uhr: Der private US-Satellitenbetreiber Maxar teilt mit, Schiffe unter russischer Flagge hätten in den vergangenen Monaten Getreide aus der vergangenen Ernte-Saison nach Syrien transportiert. Die Ukraine wirft Russland vor, das Getreide in den eroberten Gebieten zu klauen.

Zuvor hatte die Ukraine – weltweit viertgrößter Getreideexporteur – Russland immer wieder aufgefordert, den Weg für Getreide freizumachen, auf dem Schienenweg oder auch über die Häfen im Schwarzen Meer. Diese werden von der russischen Kriegsmarine blockiert. Zudem sollen russische Truppen gezielt Getreidefelder und -silos bombardieren und verminen. Ukrainischen Berechnungen zufolge hat die Landwirtschaft der Ukraine durch den russischen Angriffskrieg bislang Schäden von 4,3 Milliarden US-Dollar (4,1 Milliarden Euro) erlitten. Besonders Staaten in Nahost und in Afrika leiden unter den Lieferausfällen, die Preise sind seitdem stark gestiegen.

Ein Frachter wird auf der Krim mit Getreide beladen: Die Ukraine wirft Russland vor, Getreide zu stehlen.Ein Frachter wird auf der Krim mit Getreide beladen: Die Ukraine wirft Russland vor, Getreide zu stehlen.
Ein Frachter wird auf der Krim mit Getreide beladen: Die Ukraine wirft Russland vor, Getreide zu stehlen. (Quelle: Maxar Technologies)

EU-Beitrittskandidatenstatus für die Ukraine? Das sollten Sie dazu wissen

19.16 Uhr: Scholz will die Ukraine dabei unterstützen, Beitrittskandidat der Europäischen Union zu werden – und jetzt? Bis klar ist, ob das Land wirklich Teil des Staatenverbunds wird, kann es lange dauern. Einen Überblick über das Verfahren finden Sie hier.

Union will von Scholz “endlich eine klare Zusage”

18.46 Uhr: Nach dem Kiew-Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich die Union im Bundestag enttäuscht über das Ausbleiben konkreter Lieferzusagen für schwere Waffen gezeigt. Bei der Visite wäre es “höchste Zeit gewesen, endlich eine klare Zusage für die unmittelbare Lieferung schwerer Waffen zu geben”, sagte Unionsfraktionsvize Johann Wadephul (CDU) der “Welt”. Weitere Reaktionen auf den Besuch des Kanzlers in Kiew finden Sie hier.

Da wäre selbst Che Guevara neidisch

17.43 Uhr: Eigentlich ist Wolodymyr Selenskyj Schauspieler, nun muss er die größte Rolle seines Lebens spielen: den Verteidiger der Ukraine. Und lässt dabei selbst Ikonen der Vergangenheit erblassen. Hier lesen Sie mehr dazu.

Scholz und Macron: Ukraine soll EU-Beitrittskandidat werden

16.11 Uhr: Gleich vier EU-Staats- und Regierungschefs sind in die Ukraine gereist – und machen Wolodymyr Selenskyj ein

Gouverneur: Drei Tote bei Luftangriff auf Lyssytschanks

15.46 Uhr: Bei einem Luftangriff auf ein Gebäude in der ostukrainischen Stadt Lyssytschanks sind nach Angaben des Gouverneurs von Luhansk mindestens drei Menschen gestorben. Mindestens sieben weitere Menschen seien verletzt, teilte Serhij Gaidai auf Telegram mit. Lyssytschanks wird durch einen Fluss von der seit Tagen schwer umkämpften Stadt Sjewjerodonezk getrennt.

So können Sie für die Ukraine spenden

Angesichts der Nachrichten aus der Ukraine fühlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Wenigstens mit einer Spende möchten sie helfen. Hier finden Sie eine Auswahl an Hilfsorganisationen.


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